Massenhaftes Fischsterben war eine der Folgen dieses Hitzesommers in den Alpen. © CIPRA
Massenhaftes Fischsterben war eine der Folgen dieses Hitzesommers in den Alpen. © CIPRA

Trockenheit setzt auch den Alpen stark zu

  • Redaktion Naturschutz
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Einer der trockensten und heissesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen liegt hinter uns. Ausgerechnet den sonst so wasserreichen Alpen setzte die anhaltende Dürre zu. Während auf den Alpen Kühe notfallmässig mit Wasser versorgt werden müssen, verendeten landabwärts die Fische in den Flüssen.

Artikel aus alpMedia, herausgegeben von CIPRA.

Jede zweite Alp litt in Vorarlberg/A diesen Sommer an Wasserknappheit. Tankwagen mussten Wasser hinaufkarren, die dürregeplagten Bauern kauften Heu aus dem Allgäu/D an. Seit April fiel in der Region nur die Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge, eine ähnliche Trockenperiode gab es hier erst 1976 und 2003. Auch in der Schweiz wird der Sommer 2018 als der heisseste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1864 eingehen. Im Kanton St. Gallen flogen Helikopter der Schweizer Armee Wasser zu ausgetrockneten Alpen, zusätzlich galt in weiten Teilen der Ostschweiz, im Tessin und im Wallis wegen der grossen Waldbrandgefahr ein generelles Feuerverbot. In Südtirol/I meldeten Bauernverbände massive Einbrüche in der Getreideernte, im französischen Département Haute-Savoie sank der Grundwasserpegel so weit, dass die Verwaltung die private Wassernutzung einschränkte. So war es untersagt, Fahrzeuge zu waschen, private Schwimmbäder zu füllen oder den Rasen zu bewässern.

Sinkende Wasserstände und Fischsterben

Der Pegel des italienisch-schweizerischen Lago Maggiore sank während der Hitzewelle Anfang August täglich um drei Zentimeter, das entspricht einem Verlust von 6 Milliarden Litern in 24 Stunden. Tonnen von Fischen verendeten unterdessen im schweizerischen Abschnitt des Rheins. Dort stiegen die Wassertemperaturen während der ersten beiden Augustwochen teilweise auf über 28 Grad an. Bei höheren Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Das wurde vor allem Fischarten wie Äschen und Forellen zum Verhängnis, die kaltes Wasser zum Überleben brauchen.

2018 bleibt keine Ausnahme

Während der vergangenen 15 Jahre waren alle Alpenregionen wiederholt von bedeutenden Dürreperioden betroffen. Es sei sehr wahrscheinlich, dass der Klimawandel die Situation beeinflusse, sagt Andrea Bianchini von der Forschungsplattform «Water Management in the Alps» der Alpenkonvention. «Dürreperioden kehren mit einer alarmierenden Häufigkeit wieder.» In allen untersuchten Gebieten zeigen Klimamodelle ähnliche Trends. Speziell in den Sommermonaten werden extreme Dürreperioden sehr wahrscheinlich deutlich zunehmen, so Bianchini.

Gletscher-Initiative setzt bei den Ursachen an

Prognosen zufolge wird die durchschnittliche Temperatur in den Alpen bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere zwei bis fünf Grad ansteigen, nahezu alle Alpengletscher werden verschwinden. Hitze und Trockenheit könnten dann auch im heutigen Wasserschloss Europas zum ernsten Problem werden. Auf die drohende Klimakrise macht unter anderem der am 25. August 2018 gegründete Verein Klimaschutz Schweiz mit seiner «Gletscher-Initiative» aufmerksam (Naturschutz.ch berichtete). Er will den Klimaschutz in der Schweizer Verfassung verankern.

1 Kommentar

  • Thomas Schneider

    Wenn jedes Land z.B. 20% der Militaer Ausgaben in Klimawandel verschieben wuerde, koennte so einiges erreicht werden.
    Das Militaer wurde gegruendet um das Volk und Land zu schuetzten, Der heutige Feind ist der Klimawandel, nicht andere Laender.
    Die Waffenindustrie muss ummodeliert werden.

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