Traurige Nachricht: M13 ist tot

  • Redaktion Naturschutz
  • -

In Graubünden sind innert fünf Jahren zwei aus Italien eingewanderte Braunbären erlegt worden. Nach JJ3 traf es nun auch Bär M13. Jäger haben ihn am Morgen des 19. Februar im Puschlav erlegt, wie das Bundesamt für Umwelt BAFU mitteilte.

Mehrere Umwelt- und Tierschutzorganisationen verkündeten ihr Bedauern und ihre Enttäuschung über den Abschuss von M13. Für den WWF Schweiz erfolgte der Abschuss eindeutig zu früh. „Es wäre besser gewesen, hätte man die Vergrämungsmassnahmen intensiviert und fortgeführt“, sagt WWF-Bärenexpertin Joanna Schönenberger. „M13 war im Gegensatz zu JJ3 sicher kein Problembär. Dass er jetzt sterben musste, hat vor allem mit der tiefen Bären-Akzeptanz im Puschlav zu tun – und dies ist wiederum eine Folge mangelnder Information der Bevölkerung. Es braucht in den betroffenen Regionen Präventionsmaßnahmen wie geschützte Herden, bärensichere Abfallcontainer und gesicherte Bienenhäuser“, sagt WWF-Bärenexpertin Joanna Schönenberger. „Noch wichtiger ist es jetzt jedoch, die Bevölkerung sachlich zu informieren. Denn ausschlaggebend für das Überleben des Braunbären in den Alpen ist die Akzeptanz der Leute, die in den Bärengebieten leben.“

Auch Pro Natura bedauert den Abschuss von M13 und fordert ebenfalls ein verstärktes Engagement des Kantons Graubünden, damit die Regionen auf weiteren Bärenbesuch vorbereitet sind. Störend ist für Pro Natura, dass die Verfehlungen, die M13 zur Last gelegt wurden, und die ihm letztlich das Leben kosteten, auf eindeutige Versäumnisse der betroffenen Region zurückzuführen sind. Mängel in der Prävention und bei der Vorbereitung auf Bärenbesuche haben zu dieser unnötigen Zuspitzung der Situation beigetragen. Es gibt keine Entschuldigungen mehr für unterlassene Prävention. Seit 2005 ist die Schweiz ein Bärenland und wird es bleiben, so Pro Natura. Deshalb verlangt die Organisation, dass der Kanton Graubünden einen ständigen Bärenbeauftragten einsetzt. Dieser soll einerseits die Präventionsmassnahmen vorantreiben, sowie künftig bei Bärenpräsenz sofort reagieren und die notwendigen Massnahmen zusammen mit den Betroffenen an Ort und Stelle umsetzen.

Weitere Informationen

Medienmitteilung BAFU

Beitrag kommentieren