© Hansueli Krapf [CC-BY-SA-3.0
], via Wikimedia Commons
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Traditionelle St. Galler Streusiedlungslandschaft in Gefahr

  • Nicole Wabersky
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Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) ist schockiert über die schleichende Zerstörung der traditionellen Streusiedlungslandschaft im Toggenburg und anderswo im Kanton SG.

Traditionelle Bauernhäuser, oft im klassischen Holzbaustil, mit Schindelfassaden, Klebdächern, Gauben werden reihenweise abgerissen und durch banale Allerweltsbauten unter dem Motto „zeitgemässes Wohnen“ auf der grünen Wiese ersetzt.

Wohl über 50 Baugesuche wurden seit Nov. 2012 (RPG-Revision, die auf der Standesinitiative des Kantons SG beruhte) eingereicht. Ein Ende ist nicht abzusehen. Damit betreibt man Etikettenschwindel aufs Gröbste. Die SL wird sich nebst Einsprachen für eine Gesetzesrevision einsetzen.

Die SL hatte bereits bei der parlamentarischen Behandlung der Standesinitiative des Kantons SG, welche den grosszügigen Abbruch alter Bauernhäuser forderte, davor gewarnt, dass die traditionellen Streusiedlungsgebiete zu Bauzonen verkommen.

Es würden Wohnneubauten vielmehr damit bezweckt, die weder in Funktion, noch Charakter oder Baustil mit der traditionellen Streusiedlungslandschaft vereinbar sein würden. Dies hat sich nun mehr als bestätigt! Es ist zu befürchten, dass das Toggenburg als Streusiedlungslandschaft künftig zu einer beliebigen Zersiedlungslandschaft degeneriert. Es fragt sich, wer daran Interesse haben kann.

Die SL wird daher nicht nur vermehrt Einsprache gegen entsprechende Baugesuche (s. Beispiel Nesslau unten) erheben, sondern auch das Bundesamt für Raumentwicklung einschalten. Zudem wird sie sich im Rahmen der anstehenden zweiten Revision des RPG dafür einsetzen, dass diese aufgerissene Lücke in der Raumplanung wieder gefüllt wird.

Dies im Sinne auch der Bevölkerung, die sich auch im Kanton SG an der letzten RPG-Abstimmung klar gegen eine Zersiedlung der Landschaft ausgesprochen hat.

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