Schlupfwespe, Totholz

Totholz lebt!

  • Manuela Just
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Totholz: Rund 5 000 Arten sind auf diesen faszinierenden Lebensraum angewiesen. Doch in vielen Wäldern hat es zu wenig davon. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz fordert, dass die zunehmende Nutzung von Energieholz nicht dazu führt, dass mit dem wertvollen Totholz buchstäblich der Lebensraum gefährdeter Arten verheizt wird. Es gibt Alternativen in der Produktion von Energieholz.

Was auf den ersten Blick tot scheint, ist auf den zweiten Blick quicklebendig: Totholz bietet Lebensraum für rund 5 000 Arten. Pilze, Käferlarven und Asseln zersetzen das tote Holz, während Flechten, Moose, Vögel und Insekten darauf leben. Für Kleinsäuger, Reptilien und Amphibien bietet das herumliegende Holz optimale Verstecke.

Totes Holz ist im Kreislauf des Waldes ein wichtiges Element. Wird dem Wald zu viel Totholz entnommen, geht nicht nur ein wertvoller Lebensraum verloren, auch die Versorgung des Bodens mit Mineralien und Nährstoffen ist nicht mehr gewährleistet. Dies bewirkt auch eine schlechtere Wuchsleistung der Bäume. Im Gebirge kann das tote Holz gar Lawinen, Steinschläge und Rutschungen verhindern.

Nachdem in den letzten Jahren vermehrt Totholz im Wald belassen wurde, droht im Zusammenhang mit der Energieholznutzung ein neuer Rückgang. Der Schweizer Vogelschutz fordert neue Bewirtschaftungsformen für die Bereitstellung von Energieholz. Mittel- und Niederwälder könnten eine Lösung sein, sie dienten Jahrhunderte lang zur Brennholznutzung.

Weitere Informationen

www.birdlife.ch

Bild: Albert Krebs, Winterthur

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