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Tödliches Ferien-Souvenir

  • Judith Schärer
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Die Globalisierung ist in unserer modernen Gesellschaft allgegenwärtig. Auch bei Flora und Fauna sorgt sie für eine rege Ausbreitung von gebietsfremden Arten sowie Krankheiten. Aktuellstes Beispiel: Die Kaninchenpest als Feriensouvenir aus Italien mitgebracht, kostet zweien Haustieren das Leben.

Ende November wurde in der Gemeinde Boniswil bei zwei in einem privaten Haushalt lebenden Kaninchen die hochansteckende Kaninchenkranheit Myxomatose festgestellt, wie der Kanton Aargau berichtet. Der kantonale Veterinärdienst hatte darauf hin das ganze Gebiet der Gemeinde Boniswil zum Sperrgebiet erklärt. Abklärungen haben ergeben, dass ihre Besitzer sie in die Ferien nach Italien mitgenommen hatten und sich die Kaninchen dort angesteckt haben dürften.

Kantonaler Veterinärdienst ergreift Massnahmen

Um ein Ausbreiten der Seuche in den Kaninchenhaltungen zu verhindern, hatte der kantonale Veterinärdienst das ganze Gebiet der Gemeinde Boniswil zum Sperrgebiet erklärt. Im Sperrgebiet war jeglicher Handel und anderer Tierverkehr mit Kaninchen während 30 Tagen verboten. Die Halterinnen und Halter im Sperrgebiet wurden aufgefordert, ihre Kaninchen genau zu beobachten und Anzeichen einer Erkrankung umgehend ihrem Tierarzt oder ihrer Tierärztin zu melden.

Symptome und Krankheitsverlauf

Die Kaninchenseuche Myxomatose wurde im Aargau letztmals im Jahr 2011 festgestellt. Sie trat bereits früher gelegentlich in der Nordwestschweiz auf. Die Krankheit betrifft ausschliesslich Kaninchen, nicht aber Feldhasen und wird vor allem durch direkten Tierkontakt und indirekt über blutsaugende Insekten wie Flöhe und Mücken übertragen. Für den Menschen und andere Tierarten stellt sie keine Gefahr dar. Einmal angesteckt, nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf: In bis zu 99 Prozent der Fälle führt die Krankheit innert fünf bis sieben Tagen zum Tod. Überleben die Tiere länger, so treten knotige, harte, in der Haut fühlbare Schwellungen am ganzen Körper auf.

Seine Kaninchen in die Ferien mitzunehmen, ist nicht verboten. Die stellvertretende Kantonstierärztin Barbara rät aber eher davon ab. „Es ist immer ein Risiko, in ein fremdes Land zu gehen, wenn man nicht weiss, wie die Seuchensituation dort ist“, erklärt Sie gegenüber SRF.

Konsequenzen der Globalisierung

Das Einschleppen von Krankheiten wurde über die letzten Jahre immer mehr zum Problem. Aber auch aus dem Pflanzen- und Tierreich bahnen sich vermehrt gebietsfremde Arten ihren Weg in die Schweiz. Es wurde nachgewiesen, dass der menschengemachte Einfluss dabei grösser ist als jegliche natürliche Einflüsse. Die Globalisierung ist also auch in diesem Bereich ständig präsent. Mehr dazu lesen Sie hier >>

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