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Titanwurz blüht an Ostern

  • Dominique Haiden
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450px-Titan_Arum_Nov20_2005Im Botanischen Garten der Universität Basel bahnt sich eine Sensation an. Die grösste Blume der Welt, die Titanwurz, wird aller Voraussicht nach an Ostern blühen. Die Pflanze kann eine Höhe von drei Metern erreichen und hat in der Schweiz erst einmal geblüht – vor 75 Jahren. Die Blütezeit dauert nur wenige Tage, aber bis es soweit kam, hat die Basler Titanwurz 17 Jahre gebraucht. Der Botanische Garten richtet sich auf einen grossen Besucheransturm ein.

Die Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist eine Regenwaldpflanze aus Sumatra (Indonesien) und zählt zu den spektakulärsten Erscheinungen in der Pflanzenwelt. Der gigantische Blütenstand kann zwei bis drei Meter hoch werden. Der Blütenstand besteht aus einem langen, gelblichen Kolben, umgeben von einem braunroten, trichterförmigen Hüllblatt, und stinkt extrem nach Aas oder Fisch. Damit werden Aasfliegen und Aaskäfer als Bestäuber angelockt. Sinnigerweise heisst die Pflanze auf Indonesisch bunga bangkai, was soviel wie Leichenblume bedeutet.

Ihre Kultur ist knifflig und langwierig. Die riesigen Knollen können leicht von Fadenwürmern (Nematoden) befallen werden. Das grösste Hindernis sind jedoch die enorm hohen klimatischen Ansprüche. Die Pflanze bevorzugt ganzjährig ein Klima von +23 Grad – am liebsten +33 Grad – und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Normale Gewächshäuser erreichen diese Werte bei weitem nicht. Daher wird die Pflanze in Basel nicht im Tropenhaus kultiviert, sondern in einem kleinen Spezialgewächshaus.

Erst wenn die Knolle im Boden ein Gewicht von 20 kg erreicht hat, ist genügend Material für eine Blüte vorhanden. Die Basler Pflanze hat diese Schwelle im Sommer 2010 zum ersten Mal überschritten und dafür 17 Jahre gebraucht. Der Blütenstand ist seit Mitte März 2011 oberirdisch sichtbar. Der tägliche Wuchs beträgt zurzeit 6 Zentimeter. Der Botanische Garten rechnet mit einer endgültigen Höhe von rund 2 Metern; die Blütenöffnung sollte ungefähr an Gründonnerstag (21. April) stattfinden. Der Duft ist in den ersten 12 Stunden besonders intensiv. Danach ist der Trichter noch für weitere 2 Tage offen. Allmählich schliesst sich das kragenartige Hüllblatt wieder und der Kolben kollabiert.

Weitere Informationen

Botanischer Garten der Universität Basel

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