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Tigermücke überwindet die Alpen

  • Daniela Cervenka
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Nördlich der Alpen wurden im Sommer 2013 erstmals Tigermücken-Eier gefunden. Die Tigermücke stammt ursprünglich aus den tropischen Waldgebieten Südostasiens und kann tropische Krankheiten übertragen, wie das Chikungunya oder Dengue-Fieber. Treffen Tigermücken auf erkrankte Personen, können die Mücken Viren aufnehmen und übertragen. Bereits 2003 wurden die ersten Tigermücken im Südtessin nachgewiesen. Seither haben sie sich stetig verbreitet und sich in fast allen Gebieten des Kantons etabliert.

Der Tigermücken-Bestand im Kanton Tessin wurde seit 2003 regelmässig in einem Monitoring-Programm erhoben. Um die Population auf möglichst niedrigem Niveau zu behalten wird die Tigermücke gezielt bekämpft. Dies scheint erfolgreich zu sein: Verglichen mit dem benachbarten italienischen Grenzgebiet, sind die Populationsdichten deutlich tiefer und sollten keine Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen, schreibt das BAFU in seiner Medienmitteilung.

Da sich die Tigermücke entlang der Hauptverkehrsachsen in Autos und Lastwagen weiter ausbreiten könnte, liess das Bundesamt für Umwelt (BAFU) im Sommer 2013 erstmals auch nördlich der Alpen ein Tigermücken-Monitoring durchführen. An drei Raststätten wurden nun vereinzelte Eiablagen gefunden. Sofortige Nachkontrollen ergaben jedoch weder Hinweise auf erwachsene, flugfähige Tigermücken, noch konnten weitere Eiablagen gefunden werden. Das BAFU geht daher davon aus, dass nur einzelne Tigermücken an diese Standorte gelangt sind und sich keine Population etablieren konnte.

Das BAFU zieht aus den Funden den Schluss, dass die Überwachung der Tigermücke in den kommenden Jahren fortgesetzt werden muss und das auf nationaler Ebene. Ein allfälliges Einwandern der Tigermücke sollte möglichst früh erkannt werden, damit die Kantone rechtzeitig Massnahmen ergreifen können.

Medienmitteilung BAFU

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