Tierschutz kritisiert Import-Pferdefleisch

  • Barbara Darani
  • -

Pferdefleisch ist bei den Schweizerinnen und Schweizern mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 680 Gramm por Jahr im Vergleich zu einem jährlichen Gesamtkonsum von 51 Kilogramm Fleisch nicht besonders beliebt. Trotzdem reicht die Inlandproduktion nicht aus. Immer mehr Pferdefleisch wird aus Mexiko importiert. Dahinter steckt jedoch ein grosses Tierleid, da die Tiere über Tausende von Kilometern aus den USA transportiert werden und unter schrecklichen Bedingungen in mexikanischen Schlachthöfen enden.

Die Inlandproduktion deckt nur etwa 10 Prozent der schweizerischen Nachfrage. Ein Grossteil des Pferdefleisches stammt mit 2’737 Tonnen aus Kanada, inzwischen liefert auch Mexiko 1’030 Tonnen. 2005 waren es noch 64 Tonnen. Das Veterinäramt der EU habe bei einem Inspektionsbesuch im vergangenen Herbst in den mexikanischen Schlachthöfen beträchtliche Mängel festgestellt, teilt der (STS) am 7. Juli 2009 mit. Seit in den USA drei grosse Pferdeschlachthöfe geschlossen worden sind, würden die Pferde zudem Tausende von Kilometer weit nach Mexiko transportiert – ohne Pause, ohne Wasser, ohne Futter. Viele von ihnen brechen im Viehtransporter zusammen und verletzen sich, berichtet der STS.

Jedes vierte Kilogramm Fleisch, das in der Schweiz verzehrt wird, kommt aus dem Ausland. Die Schweiz importiere Fleisch aus Tierhaltungen, die nicht einmal den Minimalvorschriften der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung genügen, so der Schweizerische Tierschutz. Mit diesem importieren Tierleid unterstütze die Schweiz nicht nur eine schlechte Tierhaltung, sondern konkurrenziere ausgerechnet jene Schweizer Bauern, die auf tierfreundliche Haltung setzen. Der STS fordert deshalb Importeure, den Detailhandel und das Gastgewerbe auf, nur Fleisch anzubieten, das wenigstens dem schweizerischen Tierschutzgesetz genügt. Den Konsumentinnen und Konsumenten rät der STS, nur inländisches Labelfleisch aus tiergerechter Produktion zu kaufen und im Restaurant auf ausländische Fleischherkünfte zu verzichten.

Schweizer Tierschutz
lid.ch

Beitrag kommentieren