© LID [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Tiermastställe, Importfutter und Landschaftsschutz

  • Roman Vonwil
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Die Schweiz kann ihre Tiere zur Milch- und Fleischproduktion schon lange nicht mehr selber ernähren. Hohe Futtermittelimporte und vielfältige Umweltprobleme sind die Folge. Dennoch werden laufend neue Ställe ganz oder teilweise ohne eigene Futterbasis bewilligt und oft sogar mit öffentlichen Mitteln subventioniert. Diese Entwicklung widerspricht den agrarpolitischen und raumplanerischen Zielsetzungen. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und Vision Landwirtschaft fordern umgehende Korrekturen.

Seit Jahrzehnten werden Stallbauten im Landwirtschaftsgebiet bewilligt und zudem oft mit staatlichen Mitteln subventioniert, selbst wenn dafür die Futterbasis auf dem betreffenden Landwirtschaftsbetrieb fehlt. Die Betriebe müssen daher immer mehr Futtermittel importieren – mittlerweile sind es mehr als eine Mio. Tonnen pro Jahr. Zur Fütterung ihrer überhöhten Tierbestände „bewirtschaftet“ die Schweizer Landwirtschaft im Ausland – vor allem in Südamerika – Ackerflächen, die gleich gross sind wie die gesamte Ackerfläche in der Schweiz.

Negative Auswirkungen der überhöhten Tierbestände auf die Umwelt zeigen sich auch in der Schweiz: Belüftete Seen, Gülletransporte durch die halbe Schweiz, und Ammoniakemissionen, die europaweit zu den höchsten zählen und die bei empfindlichen Ökosystemen wie Wäldern, Mooren oder irreversible Schäden hinterlassen, sind nur drei Beispiele. Die Umweltbelastung steht klar im Widerspruch zu den Umweltzielen der Schweizer Agrarpolitik.

Die Entwicklung zeigt aber auch raumplanerisch problematische Folgen: Ein Grossteil dieser Mastställe wird in die freie Landschaft und auf Fruchtfolgeflächen gebaut. Diese Flächen stehen dann für die eigentliche landwirtschaftliche Produktion nicht mehr zur Verfügung. Tiermast ohne eigene Futterbasis ist aber keine landwirtschaftliche, sondern eine industrielle Produktion. Sie gehört entsprechend nicht in die Landwirtschaftszone, sondern ist auf ausgeschiedene Industriezonen zu beschränkten. Dies fordern die Stiftung Landschaftsschutz und Vision Landwirtschaft.

Hintergrundinformationen zu Stallbauten enthält dieses Dokument.

1 Kommentar

  • Ulrich Heimberg

    Die Landwirtschaft kann sich in der Schweiz auf eine zu grosse, starke und funktionierende Lobby verlassen. Meiner Wahrnehmung nach wird sie auch nicht, oder jedenfalls zu selten kontrolliert. Dies führt dazu, dass sie sich vermehrt viele Freiheiten nimmt und Gesetze und Vorschriften nicht einhält.
    Da gibt’s hier im Dorf z.B. Kinder ungesichert auf dem Traktor, Motorradfahrten ohne Helm, kein Freilauf für Tiere in den Wintermonaten, unnötiges Schlagen von Tieren usw., usw.
    Zudem stelle ich fest, dass seit Jahren die einzigen freilaufenden Hunde allesamt von Bauernhöfen stammen.
    Gleichzeitig stellen die Bauern aber Schilder an die Strasse mit der Aufschrift: „haltet unsere Weiden sauber“
    Und uns kostet das alles jährlich mehrere Milliarden !

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