Suhlende Schweine Schweinesuhle Matsch

Tierisch heiss!

  • Nora Kieselbach
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In Anbetracht der momentan vorherrschenden Hitzewelle informiert tierschutznews.ch über wichtige Massnahmen bei der Hitzebewältigung, denn auch unsere Nutz- und Haustiere, insbesondere die extrem hitzeempfindlichen Schweine, Hühner und Kaninchen, können unter den hohen Temperaturen leiden. Und laut der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN reichen die gesetzlichen Mindeststandards in der Nutztierhaltung oft nicht aus, um das Risiko solcher Hitze-Katastrophen zu reduzieren. VIER PFOTEN empfiehlt daher konkrete Massnahmen, mit denen Landwirte für Sicherheit und Wohlbefinden der Tiere sorgen können.

Das wichtigste Kriterium ist dabei eine Lüftungsanlage nach dem neuesten Stand der Technik. Diese sollte vor dem Beginn einer angekündigten Hitzewelle kontrolliert werden, um Ausfälle zu vermeiden. Denn eine erhöhte Ventilationsleistung kann bei hohen Temperaturen ein Leid der Tiere verhindern – und im Extremfall gar über Leben und (Hitze-)Tod entscheiden.

Weidenflächen bzw. Freilaufzonen müssen zudem auf jeden Fall auch schattige Plätze haben, damit Tiere nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Im Idealfall werden schon bei der Planung der Anlagen Bäume und Sträucher gepflanzt. Wenn Stallungen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten entweder Klimaanlagen installiert oder ebenfalls aussen Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden. Für Schweine in Freilandhaltung ist es ausserdem wichtig, dass sie eine Möglichkeit zum Suhlen haben, weil ihr Körper damit der Hitze entgegenwirken kann.

Eines der Hauptprobleme ist auch nach wie vor der in der Massentierhaltung übliche hohe Tierbesatz pro Quadratmeter. VIER PFOTEN fordert daher schon seit langem, dass die erlaubte Dichte pro Fläche in der Nutztierhaltung verringert wird – denn je dichter aneinander gedrängt Tiere gehalten werden, umso mehr leiden sie unter der Hitze. Ebenfalls sehr wichtig ist der durch das Gesetz vorgeschriebene dauerhafte Zugang zu frischem Wasser: Was schon bei normalen Temperaturen eine Selbstverständlichkeit ist, ist bei Hitze lebensnotwendig, um eine rasche Dehydrierung und ein Verenden der Tiere zu verhindern.

Automatische Systeme, die Tierhalter per SMS informieren, sobald kein Wasser oder Futter mehr für die Tiere vorhanden ist oder die Lüftung nicht mehr funktioniert, haben sich in der Praxis bereits bewährt. Wer technisch nicht entsprechend gerüstet ist, sollte in Hitzeperioden entsprechend mehr Kontrollgänge einplanen. Und nicht zuletzt sollte tierärztliche Hilfe bei akuten gesundheitlichen Problemen als Folge der Hitze rasch verfügbar sein. Daher sollten sich Landwirte auch rechtzeitig über Urlaubsvertretungen ihrer Veterinärmediziner während der Ferienzeit informieren.

Weitere Informationen

VIER PFOTEN

Bild: Walter Pöder [PD] via Wikimedia Commons

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