Water_Pollution_with_Trash_Disposal_of_Waste_at_the_Garbage_Beach

Tiere in Seen auf Plastikdiät

  • Sophie Ryser
  • -

Der Gardasee ist als Touristenmagnet bekannt. Doch so frisch und sauber, wie er wirkt, ist er offenbar nicht. Forscher aus Deutschland haben kürzlich festgestellt, dass er stark durch Plastikteilchen verschmutzt ist.

Wie in den Ozeanen auch, wird Plastikmüll, welcher entweder direkt oder über Wind und Regen in den See gelangt durch UV-Strahlen und Reibung in immer kleinere Teilchen zerlegt. Diese werden von Tieren oft mit Nahrung verwechselt und aufgenommen. Dort schädigen sie nicht nur ihr Verdauungssystem und wirken giftig, sie reichern sich auch über die Nahrungskette immer mehr an und landen schliesslich auch auf unseren Tellern. Einige dieser Stoffe sind krebserregend.

Am Gardasee haben die Forscher auf der Seeseite, wo der Wind mehr Material anhäuft, auf einem Quadratmeter des Strandes mehrere hundert Makro- und mehr als tausend Mikropartikel (diese haben einen Durchmesser unter 5 Millimeter) gefunden. Dieser Wert sei vergleichbar mit jenem an Meeresstränden. Das gefundene Plastik besteht dabei aus allen möglichen Verbindungen, zum Beispiel Styropor, Polyethylen, Polypropylen und Polyvinylchlorid. Zudem wurden auch Tiere wie Würmer und Schnecken gefunden, in welchen Plastikteilchen nachgewiesen werden konnten.

Diese Plastikverschmutzung ist aber nicht nur ein Problem des Gardasees. Auch aus Schweizer Seen werden momentan Proben entnommen und analysiert, so aus dem Zürichsee, dem Bielersee, dem Brienzersee, dem Bodensee, dem Lago Maggiore, dem Neuenburgersee und dem Rhein. Wissenschaftler der ETH Lausanne konnten bereits Kunststoffteilchen im Genfersee nachweisen (wir berichteten), allerdings werden noch mehr Proben und Analysen benötigt. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass aus der Schweiz nicht bessere Resultate als vom Gardasee zu vermelden sein werden. Anschliessend soll in den Studien auch noch untersucht werden, wie sich die Partikel auf Fische und Wasservögel auswirken. Die ersten Resultate werden zu Beginn des Jahres 2014 erwartet.

Weitere Informationen

Bild: epSos.de [CC-BY-2.0], via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren