langhornbiene

Tier des Jahres 2010

  • Gavino Strebel
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langhornbienePro Natura hat die Langhornbiene zum Tier des Jahres 2010 gewählt. Die «pelzigen Pollentaxis» zählen zu den rund 580 Wildbienenarten in der Schweiz und stehen für die unglaubliche Vielfalt der wertvollen Wildbienen. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, der bekannten Honigbienen, leben praktisch alle Wildbienen einzelgängerisch. Honigbienen sind in Staaten organisiert. Das Tier des Jahres 2010 macht auch auf die Millionen von «unsichtbaren» Insekten aufmerksam, die unsere Lebensgrundlagen – die Biodiversität – aufrecht erhalten.

Mit ihrem besonderen Pelz und den langen Fühlern fällt das Tier des Jahres 2010 auf unter den Wildbienen. Besonders ist auch die spezielle Liebe der Langhornbienen zur Hummel-Ragwurz, eine Orchideen-Art: Die Langhornbienen sorgen für die Bestäubung dieser Orchideen-Art. Die Pflanze imitiert dabei den Geruch und die Form eines Langhornbienen-Weibchens und drückt beim vermeintlich amourösen Besuch dem Bienen-Männchen ihre Pollen auf den Kopf. Mit diesem Paket fliegt das Männchen als «Pollentaxi» weiter und bestäubt ungewollt eine nächste Hummel-Ragwurz. Diese hochspezialisierte Abhängigkeit ist ein eindrückliches Beispiel für die fragilen Wechselwirkungen der Biodiversität. Dieses Verständnis will Pro Natura mit der Wahl der Langhornbiene und mit ihrer Kampagne «Biodiversität – jede Art zählt!» der Bevöllkerung vermitteln.

Die Wahl der Langhornbiene zum Tier des Jahres 2010 betont die Bedeutung der Millionen «unsichtbaren» Insekten für die Biodiversität – die Lebensgrundlage für uns alle. 45 Prozent aller Wildbienen stehen in der Schweiz auf der Roten Liste der gefährdeten und bedrohten Arten. Die Bestäubung von Pflanzen ist eine unbezahlbare Dienstleistung aller Wildbienen. Verschwinden diese fleissigen Summer, verarmt die Vielfalt der Pflanzen und mit ihr die Nahrungsgrundlage für Mensch und Tier.

Die Wildbienen brauchen geeignete Lebensräume für die Nahrungssuche und die Fortpflanzung: Die summenden Insekten leben auf Trockenwiesen und -weiden, Brachen, in Kiesgruben oder in Obstgärten. Besonders wichtig für das Überleben der Wildbienen in der Schweiz sind Lebensräume mit lockerer Vegetation. Denn rund die Hälfte aller Arten – so auch die Langhornbienen – bauen ihre Nester in den Boden. Solche Lebensräume sind in unserer aufgeräumten und überbauten Landschaft am Verschwinden – auch die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und Totalherbiziden raubt den Bienen Nahrung und Nistplätze. Wildbienenschutz ist daher in erster Linie Biotopschutz, aber auch Landschaftsschutz. Für beides macht sich Pro Natura nicht nur in diesem Jahr stark.

Steckbrief der Langhornbiene: Die Langhornbienen (z.B. Eucera nigrescens) fallen auf unter den Wildbienen, auch wenn sie nur 13-16 Millimeter lang sind: Ihre Fühler («Hörner») sind so lang wie ihr Körper und sie haben einen pelzigen Rücken. Sie fliegen etwa von Mitte März bis Anfang August. Für die Nahrungssuche sind Langhornbienen auf die Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler angewiesen. Das sind Pflanzen wie der Wundklee, die Wiesenplatterbse oder die Zaunwicke. Daher findet man das Tier des Jahres 2010 vor allem auf artenreichen Trockenwiesen, in Hochstamm-Obstgärten oder in Lehmgruben. Die Langhornbienen kommen in der ganzen Schweiz (ausser im östlichen Graubünden) vor, meist unterhalb von 700 m.ü.M..

Pro Natura

Pro Natura Kampagne „Biodiversität – Jede Art zählt“

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