Thunersee-Felchen: Deformationen hängen mit Plankton zusammen

  • Redaktion Naturschutz
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Im Jahr 2000 wurden im Thunersee bei Felchen rätselhafte Deformationen der Geschlechtsorgane festgestellt. Wie der Kanton Bern meldet, wurde rasch klar, dass die im Thunersee vorgefundenen Felchen mit den veränderten Geschlechtsorganen weltweit noch nie in der vorliegenden Kombination und Häufigkeit beschrieben worden waren. Unerwünschte Effekte durch den Besatz oder die Befischung der Felchen können ausgeschlossen werden, und hormonaktive Substanzen scheinen als Verursacher der Veränderungen unwahrscheinlich. Nach heutigem Wissen scheint es auch keinen Zusammenhang zwischen den veränderten Geschlechtsorganen und den Munitionsdeponien im Thunersee oder der NEAT-Baustelle zu geben. Auch umfangreiche chemische Untersuchungen der Wasserqualität lieferten bisher keine Hinweise auf eine negative Beeinflussung der Felchen oder anderer Wasserorganismen. Neuste Beobachtungen deuten aber darauf hin, dass die Nahrung der Felchen einen Einfluss hat. Bei Aufzuchtversuchen bildeten hauptsächlich Felchen veränderte Geschlechtsorgane aus, denen Plankton aus dem Thunersee verfüttert wurde. Diese Beobachtungen werden in diesem Jahr laut dem Kanton Bern anlässlich eines Folgeversuches überprüft. (sb)

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