SBB

Teure ÖVs

  • Manuela Just
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Ende Jahr bekommen die Bahnreisenden die bundesrätliche Verkehrspolitik zum ersten Mal so richtig zu spüren: Die Erhöhung der Trassenpreise zwingt die SBB und die übrigen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs, ihre Tarife per Ende Jahr um durchschnittlich 5,7 Prozent zu erhöhen, so der VCS Verkehrs-Club der Schweiz.

Besonders zur Kasse gebeten werden die treuesten Kundinnen und Kunden: Die Preise für Abonnemente steigen um 6 bis 8 Prozent. Um dringend benötigtes Rollmaterial beschaffen zu können, sind bereits weitere Preiserhöhungen geplant. Insgesamt droht deshalb in den nächsten sechs Jahren eine Verteuerung der Billettpreise um 27 Prozent. Geht es in diesem Stil weiter, wird die Kundschaft des öffentlichen Verkehrs systematisch vergrault, befürchtet der VCS. Er appelliert an den Bundesrat und das Parlament, auf die geplante zweite Tranche der Erhöhung der Trassenpreise zu verzichten, um die Bahnpreise nicht weiter anzuheizen.

Während die Bahnpreise in den nächsten Jahren drastisch zu steigen drohen, macht der Bundesrat zahlreiche Konzessionen an die Autoverbände. Ausser einer mässigen, längst überfälligen Erhöhung der Autobahnvignette soll das Autofahren in den nächsten Jahren nicht teurer werden.

Eine nachhaltige Verkehrspolitik tut Not. Mit der Volksinitiative «Für den öffentlichen Verkehr» haben der VCS und seine Partnerorganisationen einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, wie der Ausbau des Schienennetzes ohne weitere Preiserhöhungen finanziert werden kann. Damit wird ein Neuanfang in der schweizerischen Verkehrspolitik gemacht.

www.verkehrsclub.ch 
www.aufgleisen.ch

Bild: Dmst (Wikimedia Commons)

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