Täuschungsmanöver der Behörden?

  • Redaktion Naturschutz
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In 1,3 Kilometern Entfernung des AKW Mühleberg befindet sich das Wasserkraftwerk Mühleberg. Dort wird das Wasser des Wohlensees durch eine Mauer gestaut. Insbesondere bei einem Erdbeben ist die Sicherheit des AKW abhängig von der Stabilität des Wohlensee-Staudamms. Ein Bruch des Staudamms könnte einen schweren nuklearen Unfall zur Folge haben.

Wie die NZZ heute berichtet, erhebt Greenpeace Vorwürfe gegen das Bundesamt für Energie (BfE), das für die Beurteilung der Sicherheit von Stauanlagen zuständig ist.

Bei der Begutachtung der Erdbebensicherheit seien in der Vergangenheit „Zahlen und Aussagen zurechtgebogen“ worden, „bis ein scheinbar akzeptables Ergebnis herauskam“, sagt Kaspar Schuler von Greenpeace.

In einem ersten, von der Kraftwerksbetreiberin BKW angeforderten Gutachten vom Januar 2012 sei festgehalten worden, dass die Wohlensee-Staumauer die notwendigen Sicherheitsanforderungen „nicht erfülle“, sagte Kühni. In einem zweiten Gutachten vom März seien mit denselben Zahlen die erforderlichen Sicherheitsnachweise plötzlich doch erbracht gewesen. Im dritten und massgeblichen Gutachten vom Mai seien schliesslich wichtige Textstellen gestrichen und die Stauanlage als sicher ausgewiesen worden.

Greenpeace legte daraufhin die Gutachten zur Überprüfung dem Leiter des Instituts für Geotechnik an der Universität für Bodenkultur in Wien, Wei Wu, vor. Wei Wu habe in den Gutachten „erhebliche Ungereimtheiten“ festgestellt. Seiner Meinung nach sei der Nachweis der Erdbebensicherheit nicht erbracht.

Greenpeace fordert das BfE dazu auf, umgehend Vorsichtsmassnahmen zu prüfen. Bis dies geschehen sei, müsse das AKW Mühleberg vom Netz genommen werden.

Bild: BKW FMB Energie AG [public domain], via Wikimedia Commons

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