Tariferhöhungen zulasten Umwelt

  • Gavino Strebel
  • -

s-bahnDie SBB plant auf das nächste Jahr hin, Tariferhöhungen einzuführen. Dies berichtet der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) in einer Medienmitteilung. Der VCS befürchtigt negative Folgen für die Umwelt. „Wird das Bahnfahren übermässig teuer, benutzen wieder mehr Leute ihr Auto, um zur Arbeit zu fahren“, schreibt der VCS. Eine einseitige Verteuerung des Bahnfahrens ist aus Sicht des VCS problematisch. Das Parlament sei deshalb bei der anstehenden Revision des CO2-Gesetzes gefordert, mit einer CO2-Abgabe auf Treibstoffen für einen Ausgleich zu sorgen. „Dass die Pendlerinnen und Pendler ausgerechnet in unserer Epoche des Klimawandels animiert werden, wieder eher das Auto zu benutzen, ist unhaltbar“, so der VCS.

Seit die SBB nämlich kein Regiebetrieb des Bundes mehr ist, steht sie unter einem erhöhten finanziellen Druck. Auch haben die SBB und die übrigen Verkehrsbetriebe ihr Angebot in den letzten Jahren beständig ausgebaut. Hinzu kommt, dass die SBB in den letzten Jahren die Preise ihrer Abonnemente kaum erhöht hat. Die nun vorgenommenen Preiserhöhungen sind daher aus Sicht der SBB gut nachvollziehbar. Dabei muss der SBB gemäss dem VCS auch zugute gehalten werden, dass die Preise für das GA Behinderte, das GA Kind und die Familien-GA nicht steigen.

So verständlich die Motive der SBB und der übrigen Verkehrsbetriebe aber sind, ändert dies nichts daran, dass der öffentliche Verkehr auf 2011 hin teurer wird. Die eidgenössischen Räte stehen deshalb in der Pflicht, diesen unsinnigen Zustand zu beseitigen. Und sie haben es in der Hand, dies zu tun. Mit der längst überfälligen Einführung einer CO2-Abgabe auf Treibstoffen könnten die Politikerinnen und Politiker bei der nun laufenden Revision des CO2-Gesetzes einen Ausgleich schaffen.

Aus denselben Gründen steht der VCS auch der vom Departement Leuenberger geplanten «Nutzerabgabe» auf den Bahnbilletten und –abonnements in der Höhe von 6 bis 7 Prozent sehr kritisch gegenüber. Sie soll den Ausbau der Schienenwege mitfinanzieren. Damit würde das Bahnfahren noch teurer, und noch mehr Reisende würden aufs Auto umsteigen. Darüber hinaus hat es sich bewährt, dass der Bau und der Ausbau der Schienenwege bisher mit staatlichen Geldern finanziert worden ist.

Verkehrsclub der Schweiz (VCS)

Beitrag kommentieren