Tanken oder Essen?

  • Nora Kieselbach
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Das deutsche Umweltbundesamt UBA hält in einem Positionspapier fest, dass die weltweite Ausdehnung der Fläche für Energiepflanzen langfristig die globale Ernährungssicherung gefährdet und deshalb nur unter ganz bestimmten Nachhaltigkeitskriterien fortgesetzt werden sollte, berichtet der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID.

Das landwirtschaftlich begrenzte Nutzland wird grundsätzlich für die Ernährung Menschen benötigt, so das Positionspapier. Für den Anbau von Energiepflanzen steht daher nur in geringem Umfang Land zur Verfügung, da auch die Möglichkeiten zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzflächen begrenzt sind.

Ob Flächen für andere Zwecke als den Nahrungsmittelanbau genutzt werden können, hängt gemäss UBA auch davon ab, wie fleischreich die Ernährung ist. Eine pflanzlichere Ernährungsweise in den Industrie- und Schwellenländern könnte einen entscheidenden Beitrag liefern, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern! Würden allein die OSZE-Staaten dreissig Prozent weniger Fleisch essen, so ergäbe dies rund 30 Millionen Hektaren mehr Land für die Nahrungsmittelproduktion. Und wenn doch Flächen für die Erzeugung von Biomasse für Energie oder Kraftstoff genutzt werden, fordert das UBA die Einhaltung ökologischer und sozialer Mindeststandards […] – Artikel weiter lesen

Gemäss swissinfo.ch wurde bereits im Juli 2008 aufgrund eines internen Berichts der Weltbank publik, dass im Zeitraum zwischen 2002 und 2008 75! Prozent der Preiserhöhungen für Nahrungsmittel auf so genannt „grüne“ Treibstoffe zurückzuführen waren. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Anzahl Menschen mit Mangelernährung von 840 auf 925 Millionen […] – Bericht weiter lesen

Zudem veröffentlichte die Eidgenössische Materialprüfanstalt EMPA im September 2012 einen Bericht über die Ökobilanz „grüner“ Treibstoffe – mit einem klaren Resultat: Nur sehr wenige Biotreibstoffe sind ökologischer als Benzin. Vor allem, wenn die dafür verwendete Biomasse auf einem für Kulturpflanzen geeigneten Land produziert werden […] – naturschutz.ch berichtete

Bild: Graylight [CC-BY-SA-2.0] via Wikimedia Commons

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