SVP sagt JA – zur Atomenergie

  • Nora Kieselbach
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Die SVP sagt Ja – Ja zu einem Super-Atomkraftwerk der neusten Generation, welches um das Jahr 2030 ans Netz gehen würde. Damit setzt die Schweizerische Volkspartei in ihrer Energiestrategie weiterhin auf Atomkraft. Zugleich sollen aber auch die Wasserkraft und andere erneuerbare Energieträger ausgebaut werden, wie die BAZ online schreibt.

Den vom Bundesrat geplanten Atomausstieg lehnt die SVP als planwirtschaftlich und utopisch ab: das Parlament habe überstürzt entschieden. Die Schweiz stelle damit ihre sichere, bezahlbare und CO2-freie Stromversorgung aufs Spiel. Ausserdem würde aus Sicht der SVP bei einem Ausstieg aus der Atomenergie die Abhängigkeit vom Ausland – beispielsweise wegen Stromimporten – dramatisch steigen. Die SVP bevorzugt daher weiterhin den bewährten Strommix aus Wasserkraft und Atomkraftwerken.

Die heutigen AKW sollen mindestens 60 Jahre lang laufen, während der Bundesrat in seiner Energiestrategie rund 50 Jahre als maximale Betriebsdauer vorsieht. Bei 60 Jahren Betriebsdauer müsste das erste AKW ungefähr 2030 vom Netz genommen werden. Dann soll es durch ein AKW der neusten Generation ersetzt werden, wie die SVP verlangt. Dieses Super-AKW würde mit 9 Terawattstunden (TwH) dreimal so viel produzieren wie das heutige AKW Mühleberg – und damit zur Deckung des weiter zunehmenden Stromverbrauchs beitragen.

Denn an eine echte Eindämmung des Stromverbrauches mag die SVP nicht glauben: bis 2045 sind daher sogar zwei weitere AKW geplant (als Ersatz für die beiden „grossen“ Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt ) – falls bis dahin keine neuen Energie-Technologien zur Verfügung stehen. Die SVP fordert zudem möglichst bald eine Volksabstimmung über den Atomausstieg – unter Angabe der künftigen Strompreise. Sollten Herr und Frau Schweizer dann den Atomausstieg befürworten, würde die SVP auf Stromimporte oder Gaskraftwerke im Inland setzen.

Aber auch die Energieproduktion aus Wasserkraft soll gemäss SVP-Energiepapier mehr leisten: das Ziel sind 3 TwH mehr bis ins Jahr 2030, wodurch ein AKW ersetzt werden könnte. Dafür sei es aber nötig, das Verbandsbeschwerderecht aufzuheben und die Umweltschutzregelungen deutlich zu lockern. Zum Vergleich: Der Bund rechnet bei unveränderten Umwelt- und Gewässerschutz-Bestimmungen mit einer zusätzlichen Produktion von 3,2 TwH – aber bis ins Jahr 2050.

Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne oder Biomasse sollen bis 2030 zudem ein weiteres AKW substituieren. Dafür will die SVP den Deckel über der Kostendeckenden Einspeiseverfügung (KEV) aufheben – ausser für Solarenergie, die sie als noch zu wenig fortgeschritten betrachtet. Die KEV dürfe jedoch nur als Starthilfe dienen; ansonsten solle der Markt spielen. Auch andere Abgaben wie eine Ökosteuer auf den Energieverbrauch lehnt die SVP ab – zur Medienmitteilung.

Weitere Informationen

Schweizerische Volkspartei SVP

Bild: Mario Schmalfuss [CC-BY-SA-3.0-de] via Wikimedia Commons

1 Kommentar

  • L.Bill

    Es wäre schön wenn man endlich damit aufhören könnte Atomstrom als CO2-freie Energie zu bezeichnen… dem ist nämlich nicht so wenn man die Angelegenheit gesamthaft betrachtet…

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