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Super Bruterfolg bei den Kiebitzen

  • Stefanie Pfefferli
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page_mediennews__20110811_kiebitz02_w700_h46653 Kiebitz-Paare brüteten 2011 im luzernischen Wauwilermoos, so viele wie seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Dank gutem Wetter und einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und der Schweizerischen Vogelwarte Sempach wurden über 60 junge Kiebitze flügge. Dieses Engagement ist auch künftig nötig, damit der Bestand des attraktiven Watvogels gesichert werden kann.

Die Schweizerische Vogelwarte betreut das Projekt zur Rettung des Kiebitz im luzernischen Wauwilermoos seit 2005. Damals war der Bestand auf einem Tiefststand von 10 Paaren. Nur 3 Junge wurden flügge und der Kiebitz stand kurz vor dem Aus. Zusammen mit den Landwirten wurden seither Fördermassnahmen umgesetzt. Dank der kiebitzfreundlichen Bewirtschaftung  erholte sich die Restpopulation und erreichte dieses Jahr einen neuen Höchstwert von 53 Paaren. Trotz dieses Hoffnungsschimmers ist der stark bedrohte Kiebitz noch lange nicht über den Berg.

Gezielte Massnahmen

Kiebitze brüten am Boden und sind deshalb doppelt gefährdet. „Die Gelege und die bereits kurz nach dem Schlüpfen sehr mobilen Küken werden Opfer von Pflug und Mähmaschine, aber auch von Füchsen, Katzen und andern Räubern“, erklärt Stephanie Michler von der Schweizerischen Vogelwarte. „Gemeinsam mit den Bauern wählten wir Kulturen aus, wo während der Brutzeit nur wenig gemacht werden muss. Dort können Kiebitze fast ungestört brüten“, freut sich Michler. Gegen Füchse und andere Nesträuber werden Bruten und Nahrungsgebiete der Jungen grossräumig mit Elektrozäunen geschützt.

Zusammenarbeit führt zum Erfolg

Am Boden brütende Vogelarten sind die grössten Sorgenkinder. Ihre Förderung ist sehr aufwändig und schwierig, da die Bruten vielen Gefahren ausgesetzt sind. Die Schweizerische Vogelwarte untersucht deshalb in einer langfristigen Studie die Probleme des Kiebitz und erarbeitet Lösungen. Dabei wurde klar, dass wirkungsvolle Schutzmassnahmen für bedrohte Bodenbrüter nur in enger Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft möglich sind. Das erfolgreiche Beispiel Kiebitz im Wauwilermoos zeigt, dass sich die Förderung bedrohter Arten durchaus mit der landwirtschaftlichen Produktion von Nahrungsmitteln kombinieren lässt.

Weitere Informationen

Bild: Mathias Schäf

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