© MikeMurphy Public domain, via Wikimedia Commons
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Sumpfkrebsinvasion im Zürcher Furttal

  • Roman Vonwil
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Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs bedroht zunehmend einheimische Krebsarten in Schweizer Gewässer. Die invasive Art breitet sich auf Kosten anderer Krebsarten massiv aus. Auch im Zürcher Furttal wird der Sumpfkrebs zunehmend zu einem Problem für die einheimische Fauna – aber auch für Besucher eines Naturschutzgebiets.

Wie der Zürcher Unterländer berichtet, verbreitet sich der Sumpfkrebs im Naturschutzgebiet Gheid im Furttal und ist zunehmend auch auf dem Land anzutreffen. Er wird von Besuchern des Naturschutzgebiets wegen seines aggressiven Verhaltens als Plage wahrgenommen. Das Gebiet wird bereits von einigen Hundehalter_innen gemieden, weil die Situation zu unangenehm sei, und Hunde auch bereits von den Krebsen angegriffen würden.

Die Sumpfkrebse, die sich im Furtbach und auch in dessen Seitenarme ausbreiten, suchen sich auch über den Landweg neue Lebensräume. Dies führt dann zu den unerwünschten Begegnungen. Wie Andreas Hertig, Fischereiadjunkt bei der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung gegenüber dem Zürcher Unterländer betont stellen die Krustentiere keine Gefahr für die Spaziergänger_innen und Hunde dar.

Eine Problem ist der Sumpfkrebs jedoch für die einheimischen Krebsarten. Nicht nur tritt er als Konkurrent um Lebensraum und Nahrung auf, er ist auch Träger der für andere Krebsarten tödlichen Krebspest. Im Furttal ist eine der letzten Populationen einheimischer Krebse direkt bedroht. Die Fischerei- und Jagdverwaltung prüft nun, ob Massnahmen, die bereits in anderen Gewässern zur Kontrolle der Sumpfkrebspopulation eingesetzt werden, auch im Naturschutzgebiet Gheid angewendet werden können. Das Erarbeiten von kantonsweiten Sofortmassnahmen zum Schutz der einheimischen Krebsarten wird zudem in einem dringlichen Postulat an den Zürcher Regierungsrat gefordert, der dieses Jahr im Februar vom Kantonsrat überwiesen wurde.

3 Kommentare

  • reto moser

    welches sind die genauen Unterschiede des amerikanischen und einheimischen Krebsart kann man das als Laien erkennen und darf man sie dann beseitigen?ich hoffe das schnell mit geeigneten Massnahmen reagiert wird auf diese invasive Pest!

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    • Roman Vonwil

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Grundsätzlich dürfen Privatpersonen in öffentlichen (Naturschutz-)gebieten keine eigenen Massnahmen ergreifen. Dies ist Sache der Behörde! Falls sie den Verdacht haben, in einem Gebiet auf den Amerikanischen Sumpfkrebs gestossen zu sein, dann können Sie aber die entsprechende kantonale Jagd- und Fischereibehörde informieren. Wir hoffen natürlich auch, das die vorgesehenen Massnahmen möglichst bald umgesetzt werden.

  • Benedikt Schmidt

    Invasive Krebsarten sind nicht nur für die einheimischen Krebse ein Problem (u.a. wegen der Krebspest), sondern auch für den Rest der aquatischen Biodiversität.

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