Kleinwasserkraftprojekte an Suhre und Rümlig konnten erfolgreich verhindert werden.| © Quadra7677  [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Kleinwasserkraftprojekte an Suhre und Rümlig konnten erfolgreich verhindert werden.| © Quadra7677 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Suhre und Rümlig können weiterhin frei fliessen

  • Julia Hatzl
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Pläne für zwei Kleinwasserkraftwerke wurden fallen gelassen. Wertvolle freifliessende Gewässerstrecken bleiben so erhalten und wichtige Vernetzungsgebiete können wiederhergestellt werden.

Am Rümlig (LU) und der Suhre (AG) sollten neue Kleinwasserkraftwerke entstehen. Der Verlust an ökologisch wichtigen Funktionen und Lebensräumen wäre im Vergleich zu der gewonnenen Menge Energie unverhältnismässig gross gewesen. Zudem wäre durch den Bau dieser Kraftwerke eine Wiederansiedlung des Lachses unmöglich gemacht worden. Dank dem Einsatz von Aqua Viva sowie dem angepassten Subventionierungsmodell konnten die gesamten Projekte verhindert werden. Ohne die gewohnte staatliche Unterstützung sind Kleinwasserkraftwerke bei Weitem nicht so rentabel, wie es oftmals den Anschein hat.

Pläne für Rümlig stillschweigend begraben

Wie die Luzerner Zeitung aufdeckte, hat Energie Wasser Luzern EWL ihre Pläne für das Kleinwasserkraftwerk am Rümlig zwischen Schwarzenberg und Malters stillschweigend begraben. Ein neues Kraftwerk am Rümlig hätte eines der letzten natürlichen bis wenig beeinträchtigten Gewässer mit Schluchtstrecke und unvergleichlich schöner Landschaft zerstört. .

Wichtiges Vernetzungsgebiet wird möglich

Das Kleinwasserkraftprojekt an der Suhre war schon einen Schritt weiter und kam 2017 zur Auflage. Die Eniwa (ehemals IBAarau) kommunizierte nun den einsprechenden Verbänden, dass sie das Projekt nicht weiterverfolgen wird. Neben der mangelnden Förderung wurden auch unerwartete Mehrkosten für Umwelt- und Hochwasserschutz aufgeführt. Aqua Viva hatte 2017 gemeinsam mit anderen Umweltverbänden gegen die fünf geplanten Wasserkraftschnecken und das Schlauchwehr Einsprache erhoben. Die Anlagen hätten die Fischwanderung zwischen der Aare und dem Sempachersee massgeblich beeinträchtigt. Durch scharfkantige Strukturen am Schneckengewinde, Lärm und beengte Raumverhältnisse wäre es für Fische, insbesondere den Lachs, unmöglich gemacht worden über die Suhre in neue Gebiete und Laichgründe vorzudringen.

Nun ist der Weg frei für eine wirklich zukunftsweisende Lösung: Die heute bestehenden Schwellen können zurück gebaut und so ein frei fliessendes, fischgängiges Vernetzungsgewässer mit ökologischem Mehrwert wiederhergestellt werden.

 

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