Die 2. Gotthardröhre hätte auswirkungen auf die ganze Schweiz. | © Martin Cathrae [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Die 2. Gotthardröhre hätte auswirkungen auf die ganze Schweiz. | © Martin Cathrae [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Studie zeigt: 2. Röhre verschärft Schweizer Verkehr

  • Amanda Buol
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Bereits Heute stehen in den Agglomerationen Hundertausende im Morgenstau. Die Situation wird sich auch nicht in Zukunft ändern. Mit dem Bau der zweiten Röhre könnte sich die Situation, laut einer Studie von Senozon, noch verschärfen.

Mit dem Bau der zweiten Gotthardröhre würde die kürzeste Strassenverbindung zwischen Nord- und Südeuropa entstehen. Daher bestehe kein Zweifel, dass die Route vermehrt durch den internationalen Transitverkehr genutzt werden, sagt Caroline Beglinger, Co-Präsidentin Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Co-Geschäftsleiterin des VCS. «Eine Zunahme auf 2 Millionen Lastwagen hätte logischerweise enorme Auswirkungen auf die Verkehrssituation.» Der ETH Spin-off Senozon hat genau dies untersucht.

Simulationen von Senozon zeigen, dass eine zweite Röhre das Fass zum Überlaufen bringen würde. Auf der Westumfahrung Zürichs wäre zu jeder Tageszeit Stau, im Grossraum Luzern würde es zum Verkehrskollaps kommen und das Tessin würde überrollt werden.

Interessanter Punkt der Untersuchung sind die künftige Verkehrssituationen an den Pässen San Bernardino und Simplon. Aufgrund der zweiten Röhre am Gotthard könnte sich der Verkehr auch an diesen Pässen mehr als verdoppeln. Wenn die Gotthard-Linie verstopft ist, weicht der Transitverkehr mit grosser Wahrscheinlichkeit auf diese Varianten aus.

Am meisten Betroffen wären jedoch die Pendler aus dem Grossraum Luzern. Wegen dem noch höheren Verkehrsaufkommen, das durch eine zweite Röhre entstände, würde sich die Reisezeit der Pendler verlängern. Um die Verkehrssituationen in den Städten entschärfen zu können würde jedoch das Geld fehlen, da es bereits für den zweiten Tunnel verwendet wurde, sagt Jon Pult, Co-Präsident Verein «Nein zur 2. Gotthardröhre» und Präsident Alpen-Initiative. «Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Verlagert man den Transitverkehr auf die Schienen, statt sinnlose Strassenröhren zu bauen, profitiert das ganze Land.»

Die Auswertung basiert auf Simulationen verschiedener Verkehrsszenarien. Mit der Integration von statistischer Daten konnten präzise Aussagen zu Auswirkungen von Veränderungen gemacht werden.

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