Immer mehr Alpweiden werden von Schutzhunden bewacht. | © Nedih Limani [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons
Immer mehr Alpweiden werden von Schutzhunden bewacht. | © Nedih Limani [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Studie beweist: Herdenschutz ist effektiver als Wolfsabschuss

  • Amanda Buol
  • 22

Raubtierabschüsse führen zu mehr Nutztierschäden, als sanfte Massnahmen, wie Herdenschutz. Bei Nicht-tödlichen Massnahmen werden bis zu achtzig Prozent weniger Nutztiere gerissen, heisst es in einer gerade erschienen Studie im Fachjournal „Frontiers in Ecology and the Environment“.

Viele Behörden, Jäger und Nutztierhalter weltweit sehen den Abschuss von Raubtieren als einfachste Lösung zum Schutz der Nutztiere. Jedoch schaffe man mit dieser Strategie meistens mehr Probleme, wie eine gerade veröffentlichte Studie im Fachjournal „Frontiers in Ecology and the Environment“ zeigt, die auf einer umfassenden, internationalen Datengrundlage basiert.

Dabei ziehen die Forschenden der Universität Wisconsin die Schlussfolgerung, dass tödliche Methoden wie Jagd, Giftköder und Fallenjagd keine Lösung für die Probleme der Nutztierhalter sei. Eher verschärfe sich die Situation durch den Tod der Raubtiere. Nur in 29 Prozent der untersuchten Fälle kann ein minimaler und nur kurzfristiger Rückgang der Übergriffe auf Nutztiere erzielt werden. Bei 43 Prozent wurden hingegen mehr Nutztierschäden als vor der Tötung festgestellt.

Bei Nicht-tödlichen Methoden wie Einsatz von Herdenschutzhunden oder visuelle Abschreckungen haben die Nutztierschäden in 80 Prozent der untersuchten Fällen abgenommen. Deshalb empfehlen die Forscher, auf das Töten von Raubtieren zur Schadensvermeidung zu verzichten.

„Es ist erschreckend, wie wenig Gehör die Politik praktischen Erfahrungen und Studien schenkt, und sich stattdessen vom Druck von Einzelinteressen leiten lässt“

Gabor von Bethlenfalvy, Grossraubtierexperte WWF Schweiz

Der WWF Schweiz findet die Ergebnisse der Studie relevant für die Schweiz. Aktuell läuft die Vernehmlassung für die Revision des Jagdgesetzes (naturschutz.ch berichtete). Gemäss Gesetzesvorschlag sollen Wölfe bald präventiv geschossen werden dürfen, um Nutztierschäden zu vermeiden, so der WWF. Die Bestände der Grossraubtiere im Alpenraum seien stark gefährdet. Schon deshalb seien präventive Abschüsse fragwürdig.

Die Studie im „Frontiers in Ecology and the Environment“ finden Sie hier »

22 Kommentare

  • Sonja

    Wo kommt der Herdenschutzhund her? Aus Ländern, die langjährige Erfahrung mit Wildtieren haben und sie schützen sich schon mehrere Jahrzehnte mit ihren Hunden vor Übergriffen. Machen nicht so ein Geschrei wie unsere Viehzüchter!!!
    Außerdem waren die Wildtiere schon vor den Menschen hier auf der Erde und dann kam erst die „Bestie“ Mensch, die alles ausrotten möchte und es auch teilweise macht.
    Also lasst den Wolf und die Bären alle leben, wenn diese Tiere natürlich langsam in die Städte kommen dann erst muss etwas unternommen werden. Aber in den Wäldern und Wiesen da sind sie zu Hause. Die Viehzüchter, wenn sie Zäune errichten, bekommen doch eh Subventionen, also nicht so ein Gezeter anstellen.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass es für einen Viehzüchter schlimm ist wenn er gerissene Schafe vorfindet aber dann muss ich einfach etwas tun.

    Antworten
  • Dietmar Holst

    Der Wolf wäre doch gar nicht erst so stark in den Focus gerückt, wenn der Naturschutz sich nicht in die Natur ein gemischt hätte! Dadurch das der Mensch aber ja immer meint er müsse alles was hier einmal gelebt hat wieder ansiedeln, nur um sich selbst mit solchen Aktionen zu profilieren, wird der Wolf doch erst zum Problem!
    Meine persönliche Meinung dazu ist immer noch, das wir die Wölfe, die auf natürliche Weise in unser Land zurück gefunden haben gar nicht zu Gesicht bekommen würden! Das aber von gewissen Stellen kräftig nach geholfen wurde, um die Population etwas nach zu helfen, das will ja keiner hier hören oder heute noch sehen.Bin schon mal gespannt, was wohl als nächstes wieder angesiedelt wird, wenn das Wolfsprogramm ab geschlossen ist!!!

    Antworten
  • Edith

    Am besten wir „liquidieren“ alle Autos, Medikamente, Hunde, Kühe, Flugzeuge, Straßenbahnen, Busse, Züge, Nahrung (verschlucken), Kirschbäume und Leitern, Hausarbeit usw… denn durch jedes einzelne sterben WEITAUS mehr Lebewesen in Deutschland, hier Menschen, als durch Wölfe weltweit! Dann werden wir sicher keinerlei „Verluste“ mehr zu beklagen haben. Wundere mich sehr, warum bisher noch niemand auf diese geniale Idee gekommen ist?!

    Antworten
  • Kladika

    Was für eine navie und dämliche Einstellung. Googelt mal nach Bildern Kangal vs Wolf. Da halte ich eine Gewehrpatrone für „menschlicher“

    Antworten
  • Andreas Schmid

    Komischer Gedanke. Es ist doch einleuchtend, dass wenn alle Wölfe geschossen sind, es auch keine Wolfsangriffe geben kann. Wie soll dann der Herdenschutz besser sein? Das verstehe ich nicht.

    Antworten
    • Petra Heidensohn

      Wenn zu viele Wölfe geschossen werden, reagiert die Natur mit vermehrter Reproduktion . Das sollte doch inzwischen allgemein angekommen sein! Ausserdem wird sich eine Wölfin oder ein Wolf dessen Partner weggeschossen wurde und der dann alleine die hungrigen Mäuler stopfen muss schneller an leichter Beute- wie Haustiere- vergreifen!
      Es ist einfach nur schlimm, dass der Mensch immer wieder meint, die Natur aufräumen zu müssen…
      Schlimm genug, was er alles schon angerichtet hat!

  • Hirschi

    Also das weniger Wölfe die Situation verschärfen würde….oder habe ich da was falsch verstanden…?
    Fakt ist, ich will mich nicht um 5 Herdeschutzhunde kümmern. Wer zwei Kinder hat, möchte nicht plötzlich 7 und auch ich gehe Abends gerne schlafen, ohne Kummer ob ich am anderen Morgen meine Tiere lebend finde. Auch habe ich keine Zeit mich zusätzlich um neue Zäune zu kümmern, sowenig wie Zeit, diese jeden Abend zu kontrollieren, ob da alles i.O. ist. Und auch kein Geld mir Securitas zu leisten, die Wache schieben. Aber die blauäugigen Menschen, die jetzt plötzlich den Wolf wollen, weil sie in ihm ihre Freiheit, Stärke und Mut sehen……..nun ja, dass dies aber viel Tierleid mitbringt und Menschen aufhören werden mit ihren Herden die Landschaft zu pflegen….ach…egal…oder…Tiere in Ställen in den warmen Sommernächten schmoren dürfen. Fenster mit Gitter gebaut werden müssen. Laufställe wohl dann auch zur Vergangenheit gehören. Aber wenn nur der liebe Wolf frei ist. Ihr könnt dann das Fleisch über die Türkei holen, man sieht ja wie schön sie die Tiere schlachten…..oder Amerika, Australien…ach ja die verschiffen die Tiere ja auch zum töten. Egal…nicht? Dann aber weinen, wenn ein Wolf stirbt. Es geht ja nicht an euer Leben….an eure Arbeitszeit…eure Ferien…eure Tiere….euer Hab und Gut…eure Existens…euer Herz….eure langjährige Aufzucht… Also von was redet ihr den eigentlich. Ich schreibe niemandem vor wie jemand operiert werden muss….bin nicht Arzt.

    Antworten
    • Winterfeld

      Es geht darum dass Herdenschutzhunde die Wölfe verjagen und somit müssten Wölfe nicht geschossen werden. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
      Aber immer gleich ballern und ausrotten wollen. Der Wolf hat die älteren Rechte hier zu sein als der Mensch, schon mal daran gedacht??

    • Petra Heidensohn

      Wenn Du weder Ueit noch Lust hadt, Dich um Deine Tiere zu kümmern bist Du als Schafzüchter fehl an Platz!
      Es ist doch wohl selbstverständlich, dass man sich um sein Vieh kümmern muss- oder soll das der „Herrgott“ übernehmen? Ich fasse es nicht!

    • Werner

      Du hast KEINE ZEIT, dich um das zu kümmern, was notwendig ist (nämlich das zu tun, was erforderlich ist) um deine Tiere zu schützen? Du bist auch einer von denen, die ihr Geld lieber im Schlaf verdienen, am liebsten mit möglichst wenig Aufwand (Zeit, Geld) möglich viel Geld verdienen. Wenn Dir deine Tiere nicht den besonderen Schutz durch dich wert sind, dann hast du sicher den falschen Beruf. Aber immer gleich danach schreien, alles zu töten, was uns fremd ist, was Schaden anrichtet. Eure Einstellung ist sowas von krank. Der Mensch richtet auf der Welt und in der Natur viel mehr Schaden an. Noch nie ist einer auf die Idee gekommen, die Verantwortlichen zu töten, die den Regenwald kaputt machen, die Lebensräume von Tieren vernichten nur um Palmölplantagen anzulegen, oder, oder, oder. Eure Ignoranz schreit zum Himmel. Ich hoffe, eure Spezies stirbt bald aus.

  • alfred auracher

    warum lässt man ihnen nicht das wild? ganz einfach weil der liebe mensch profit aus dem wildbestand machen will, das ist nur die gier. was soll der beutegreifer fressen,wenn der mensch in alle resourcen eingreift?

    Antworten
  • Tina

    In Amerika stelle die Maultiere zu den Pferden, Kühe, Scharfe auf die weide. Das sind keine fluchttieren sondern greifen die, die Wölfe an und Jagen oder töten sie. Ein bekanter hat Jahrelang drüben mit dieser effiktivitet metode gearbeitet. Vielleicht wehre das ja auch ein alternativ?

    Antworten
    • Annegret Sproesser

      Diese Tiere bereichern den Speisezettel des Wolfes. Für Almböden sind diese Tiere ungeeignet.

  • Titus

    Überlegung!
    Was passiert, wenn der Wolf kein Nutzvieh mehr reißt? Was frisst er dann? Dazu die Potenzierung durch Vermehrung. Jetzt dagegen gerechnet die Entnahme wodurch auch immer. Irgendwas stimmt hier nicht!
    Titus

    Antworten
    • Kurt

      Tatsächlich stimmt etwas nicht, lieber Titus, es ist Ihre Denkweise.

  • Anna Meyer

    So sehen die Herdenschutzmaßnahmen (Zäune, z.T. über 1 m hoch nach Vorschrift gesetzt- in der Lausitz (Sachsen) Deutschland aus!
    https://www.facebook.com/1529479097329979/photos/a.1664651737146047.1073741842.1529479097329979/1746655442279009/?type=3&theater
    Deutschland hat 200.000 Weidetierhalter auch Hobbyhalter, die in keiner Statistik stehen), wo bekommen wir die notwendigen Herdenschutzhunde her?https://www.facebook.com/1529479097329979/photos/a.1664651737146047.1073741842.1529479097329979/1728079504136603/?type=3&theater

    Antworten
    • Hans

      Die Facebook Seite „Wolf- nein Danke“ ist keine Seriöse Quelle… größtenteils wird dort genauso verblendet gegen den Wolf geschrieben wie auf Seiten diverser Tierschutzorganisationen für den Wolf.

      Deine Statistiken sind schön und gut… aber wieviel von den dort genannten Rindern sind Freigänger? Hier bei uns in der Gegend gibt es einige Bauern… das Vieh ist aber nie draussen -> die müssten schon aus der Liste raus.

    • Elfie

      Kaufen😉

    • Dejan Miletic

      Aus dem Auslandstierschutz z. B. Ich bilde solche Hunde seit Jahren aus habe aber kaum Abnehmer.
      LG Dejan Miletic aus Belgrad
      dejanm1973@gmail.com

    • Martin Kosakowski

      Wahrscheinlich fressen dann 50 Wölfe 30000000 Schafe ;-)

  • Markus Hohl

    Der Einsatz und der Nutzen von Herdenschutzhunden ist unbestritten.
    Er hängt, von der Ausbildung und der Haltung der Hunde ab.
    Die Topografie ist beim Einsatz der Hunde von entscheidender Sache, da die Hunde in Felsbruchgelände die „Uebersicht“ verlieren und der Wolf in seiner Jagdtaktik den Hunden in dieser Situation überlegen ist und trotz der Hunde Schafe (Lämmer) reisst.
    Die Praxis ist von entscheidender Bedeutung.
    Tipp an den Grossraubtierexperten: nehmen Sie so viel wie möglich Kontakt mit Betroffenen auf und erkundigen Sie sich bei den Landwirten und Hirten, denn jeder „Fall“ ist wieder anders.

    Antworten
    • Bernhard Wyder

      Blöd das die meisten Schutzhunde auch Listehunde sind und so in vielen Gegenden schon deshalb gesetzlich nicht in Frage kommen.


Beitrag kommentieren