Stromversorgung ohne AKW bis 2030 machbar

  • Dominique Haiden
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Solar_PanelsDie A EE Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz hat am 3. Mai 2011 gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft das 10-Punkte-Programm der Wirtschaft für eine erneuerbare und effiziente Stromversorgung vorgestellt. Mit einem verlässlichen politischen Richtungsentscheid und geeigneten Rahmenbedingungen ist der Umstieg auf eine vollständig erneuerbare und effiziente Stromversorgung in weniger als zwei Jahrzehnten technisch und finanziell machbar – ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit oder der Klimaziele.

Stefan Batzli, Geschäftsführer der A EE: „Das 10-Punkte-Programm umfasst administrative, technologische, wirtschaftliche, infrastrukturelle und gesellschaftliche Aspekte für eine konsequente Energiewende. Was auf den ersten Blick nach einer Mammutaufgabe aussieht, ist mit einem klaren Bekenntnis der Politik zugunsten erneuerbarer Energien und Energieeffizienz innert zwei Jahrzehnten machbar. Die Schweizer Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger erwarten nur die notwendige Planungs- und Investitionssicherheit, um entsprechende Vorhaben in die Tat umzusetzen und ihre Beiträge zur Energiewende zu leisten.“ Auch in einer Risiko-Rendite-Betrachtung ist ein zügiger Übergang von nicht-erneuerbaren Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien in den nächsten 20 Jahren vorteilhaft. „Ein langfristiger Umstieg käme deutlich teurer, da sich das Risiko-Rendite-Verhältnis angesichts steigender Preise für fossile Energien, v.a. aber steigender Risikokosten der Atomkraft weiter zugunsten der erneuerbaren Energien verschieben wird“, berechnet Prof. Dr. Rolf Wüstenhagen von der Universität St. Gallen.

Dr. Matthias Fawer, Bank Sarasin, bestätigt, dass unterschätzte und falsch bewertete Risiken aus Preissteigerungen, Lieferengpässen, Kostenüberschreitungen, Katastrophen- und Umweltschäden für konventionelle Energien bis heute die Investitionen in eine falsche Richtung gelenkt haben. Die Blockierung des Kapitalmarktes durch Atomkraftwerke mit Lauf- und Abschreibungszeiten von 50 bis 60 Jahren lassen sich nicht mehr rechtfertigen.

Auch das Potential der Photovoltaik wurde bisher vom Verband der Schweizer Stromversorger (VSE) als viel zu gering eingeschätzt, hält Prof. Dr. Franz Baumgartner, Dozent für Erneuerbare Energie an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Sprecher des wissenschaftlichen Beirates der A EE fest. „Dabei wurde das Potenzial der Photovoltaik mit weniger als 1 TWh angesetzt. Demgegenüber kamen verschiedene Studien – noch vor Fukushima! – zu dem Schluss, dass Photovoltaik rund 20% des Strombedarfs liefern könne. Die dazu benötigte Menge von ca. 14 GW Solarzellen wurden in Deutschland allein in den letzten zwei Jahren installiert.“

Weitere Informationen

A EE Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

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