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Streit um dritte Rhonekorrektion

  • Barbara Darani
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rhone1Bauer und Regierung streiten sich im Wallis darum, wie viel Land für die dritte Rhonekorrektion wirklich benötigt wird.

Nach mehr als zehn Jahre Planung wird seit Januar zum dritten Mal in der Geschichte der Lauf der Rhone von der Quelle bis zum Genfersee korrigiert mit dem Ziel, Bevölkerung, Industrie und Infrastruktur besser vor Hochwasser zu schützen. Im Wallis herrscht bezüglich einem verstärktem Hochwasserschutz Einigkeit. Denn im Falle eines sehr grossen Hochwassers, das statistisch alle 100 Jahre vorkomme, würden 600 Hektaren Land überschwemmt, warnte die Regierung mit dem Beispiel der Region Visp. Dabei würde die Industrie lahmgelegt sowie Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

Nicht einig ist man sich hingegen beim Landbedarf, der für die Flusskorrektion aufgewendet werden soll. Ein Verein für den Erhalt des Landwirtschaftlichen Bodens (ADSA), hauptsächlich aus Bauern bestehend, möchte so wenig Land wie möglich opfern. Er fordere, das Rhone-Bett um 1,5 Mater abzusenken. Neutrale Gutachter wie der Neuenburger Uni-Professor und Hydrologe François Zwahlen warnten jedoch, die fortlaufende Eintiefung der Flusssohle von Brig bis zum Genfersee hätte „eine erhebliche Absenkung“ des Grundwasserspiegels zur Folge.

Ganz anders als die ADSA sehen die Interessen der Umweltplattform „Lebensraum Rotten – Rhone vivant“, die aus WWF, Pro Natura Wallis, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, VCS und lokalen Naturschutzorganisationen besteht. Sie möchten die Rhone an möglichst vielen Stellen aus ihrem Korsett befreien.

Doch nach dem Beginn der Bauarbeiten Ende Januar wird es wohl bei Regierungsvariante bleiben. Die Forderungen der Bauernlobby wies der neue Baudirektor Jacques Melly (CVP) auf Anfrage des Tages-Anzeiger jedenfalls explizit zurück.

Artikel Basler Zeitung

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