Pille Medikament

Strategie gegen Medizin im Trinkwasser

  • Eliane Küpfer
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In fast allen Oberflächengewässern und selbst im Trinkwasser können heute mehr als 100 verschiedene Arzneimittelwirkstoffe nachgewiesen. Laut dem Institut für sozial-ökologische Forschung in Deutschland (ISOE) ist die Hauptquelle des Problems das häusliche Abwasser. Wie Naturschutz.ch im letzten Herbst berichtete ist auch in der Schweiz das Trinkwasser vielerorts verunreinigt.

Arzneimittel werden so gebaut, dass sie die Reise durch den menschlichen Körper überstehen und an ihrem Wirkungsort ankommen. Danach werden die Wirkstoffe direkt oder als Abbauprodukte mit dem Urin wieder ausgeschieden und gelangen so ins Abwasser und damit in die Kläranlagen. Die große Bandbreite der chemischen Verbindungen erschwert den weiteren Abbau, viele Rückstände werden gar nicht oder nur teilweise entfernt und gelangen in die Umwelt und schliesslich wieder zum Menschen.

Es besteht dringender Bedarf an Lösungen – unter Berücksichtigung des hohen gesellschaftlichen Nutzens von Arzneimitteln. Eine Änderung der Verschreibungspraktiken sowie der Gebrauchs- und Entsorgungsmuster spielt eine wichtige Rolle. „Aber letztlich geht es um Lösungen, die umfassend wirken“, sagt ISOE-Forscher Götz. Im Projekt start wurde daher ausgehend vom Lebenszyklus eines Medikaments eine Vorsorgestrategie entwickelt – gemeinsam mit Ärzten, Apothekern, der Pharmaindustrie und Kommunen. „Dies kann jedoch erst der Anfang sein. Für einen nachhaltigen Schutz der Umwelt ist noch einiges zu tun und bedarf es weiterer Anstrengungen“, lautet das Fazit der ISOE-Forscher.

Bild: Tom Varco  [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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