Versuchsaufbau, mit dem die Berner Forschenden untersuchten, wie künstliches Licht auf die Bestäubung wirkt. | © UniBE / Maurin Hörler
Versuchsaufbau, mit dem die Berner Forschenden untersuchten, wie künstliches Licht auf die Bestäubung wirkt. | © UniBE / Maurin Hörler

Strassenlaternen stören Pflanzenbestäubung

  • Amanda Buol
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Künstliches Licht bei Nacht stört die Bestäubung und Samenbildung von Pflanzen. Das zeigen aktuelle Studien der Universität Bern. Demnach werden Kohldisteln im Lichtkegel einer Lampe seltener von bestäubenden Insekten besucht und bilden weniger Samen als solche in Dunkelheit.

Künstliches Licht von Strassenlaternen oder Leuchtreklamen ist für viele Menschen allgegenwärtig. Es beeinflusst jedoch die Tiere und Pflanzen in unserer Umwelt. Wie nun eine Studie der Universität Bern zeigt, stört künstliches Licht bei Nacht die Bestäubung und Samenbildung von Pflanzen. Für das Experiment stellte das Team um Eva Knop vom Institut für Ökologie und Evolution Strassenlaternen in den Berner Voralpen auf und untersuchten danach die Samenbildung der Kohldisteln (Cirsium oleraceum). Dafür beobachteten sie insgesamt 100 Pflanzen an fünf Standorten mit Lampen, sowie fünf Standorten ohne künstliches Licht. Um absolute Dunkelheit bei Nacht zu finden, mussten sie in die Berge ausweichen.

Das Ergebnis zeigt klar, dass die Kohldisteln, welche im Lichtkegel einer Lampe standen, nachts viel seltener von bestäubenden Insekten besucht wurden, als solche in der Dunkelheit. Bis zu 20 Prozent weniger Samen haben die Kohldisteln in der Lichtquelle gebildet. Knop vermutet, dass Nachtfalter und Käfer, die nachts die Pollen von Blüte zu Blüte tragen, die Pflanzen über den Geruch finden. Die nächtliche Lichtquelle ziehe jedoch die Bestäuber an und locke sie von der Pflanze weg.

Die Studie wurde im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) in Marburg präsentiert. Weiterlesen »

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