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Stolz auf Schweizer Holz

  • Stefanie Pfefferli
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Das Bundesamt für Umwelt BAFU lanciert die neue Kampagne „Stolz auf Schweizer Holz“. Der Bund strebt an, dass Holz aus Schweizer Wäldern konsequent aber nachhaltig genutzt wird. Mit der Kampagne soll in der Bevölkerung die Akzeptanz für eine verstärkte Holznutzung verbessert werden, so das BAFU in der aktuellen Medienmitteilung.

In den Schweizer Wäldern wächst jährlich mehr Holz nach als geerntet wird. Zudem werden unsere Wälder naturnah bewirtschaftet. Aus diesen Gründen darf  der einheimische Rohstoff Holz stärker als bisher genutzt werden. Das Bundesamt für Umwelt BAFU will diese Nutzung fördern und dafür auch die Bevölkerung sensibilisieren. Im Rahmen des  Aktionsplans Holz des BAFU  wird deshalb eine schweizweite Sensibilisierungskampagne lanciert. Ziel der Kampagne ist es, die Akzeptanz für  eine intensivierte Holznutzung zu verbessern.

Holzschläge erregen die Gemüter

Hintergrund der Kampagne ist die voraussichtlich steigende Holznachfrage als Folge der Energiewende sowie von Trends im Hochbau. Wird mehr Holz geerntet, wächst auch das Konfliktpotenzial, das bereits heute ab und zu an Holzschlägen entsteht. Die Kampagne hebt die Verbindung zwischen Wald und Holzverwendung hervor. Viele Menschen reagieren mit Sorge und Unverständnis auf einen Holzschlag. Sie verbinden die Situation mit Bildern von kahlgeschlagenen Tropenwäldern, Raubbau und Plünderung.

Nur so viel ernten wie nachwächst

Doch in der Schweiz ist der Wald dank des Waldgesetztes geschützt – herausholen dürfen die Forstbetriebe in der Summe nicht mehr als nachwächst. Gleichzeitig pflegt die Schweizer Waldwirtschaft schon lange einen naturnahen Waldbau ohne Kahlschläge was immer wieder internationale Anerkennung findet. Deshalb lautet der Kampagnenslogan „Stolz auf Schweizer Holz“.

Weitere Informationen 

Bild: Marlene Tyssen (Wikimedia Commons)

2 Kommentare

  • L. Bill

    Die bewaldete Fläche ist in der Schweiz alles andere als abnehmend. Auch Flächen auf welchen die Bäumchen erst einige Zentimeter gross sind, sind Wald. Die Artenvielfalt in Wäldern in welchen man auch Kahlschläge findet ist viel höher als z.Bsp. in Plenterwäldern wo die Fläche immer bestockt ist und wegen der schattigen Verhältnisse meist nur noch Nadelholz wächst. Es gibt auch lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten des Waldes. Früher gab es riesige Herden grosser pflanzenfressender Säugetiere (fast alle ausgerottet) welche für „Kahlflächen“ im Wald sorgten, da sie sich an den jungen Bäumen gütlich taten. Die Wälder waren nicht geschlossen bewaldet, sondern mit offenen Flächen mosaikartig aufgebaut.
    Der Einsatz grosser Maschinen ist sicherlich gut zu planen. Die beim entasten anfallenden Äste haben in der Rückegasse als Astteppich zu landen, (damit sich die Fahrzeuge darauf bewegen können), und nicht im Häcksler für die Heizung.
    Vor 200 Jahren waren unsere Wälder krass übernutzt, deshalb trat Mitte des 19. Jahrhunderts das Forstgesetz in Kraft welches die Nachhaltigkeit garantierte. Seither haben sich die Waldflächen ausgedehnt und die Holzvoräte stiegen an, zu Lasten der Artenvielfalt.
    Die dichten, dunklen, geschlossenen Wälder welche wir als natürlich ansehen, sind kein Produkt der Natur, sondern des wirtschaftenden Menschen…

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  • David Werner

    Ständige Beteuerungen, dass mehr nachwächst als geschlagen wird. Dies ändert jedoch nichts an abgeholzten Waldstücken (Kahlschlag ist streng definiert), auf denen lange Zeit nichts wachsen wird. Was nützt es, dass andere Bäume Dicker werden, de facto nimmt die bewaldete Fläche ab. Der grösste Frevel sind die monströsen Vollernter, auf den Rückegassen wird der Waldboden für die nächsten Jahrzehnte zerstört. Alles im Namen der Wirtschaftlichkeit. Es ist ein Anachronismus, dass unsere Forstmeister unseren Wald wie vor 200 Jahren bewirtschaften.

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