Am 21. Mai könnten wir in der Schweiz die Energiewende einläuten. | © Daniel Brock [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Am 21. Mai könnten wir in der Schweiz die Energiewende einläuten. | © Daniel Brock [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Stimmen Sie für das Energiegesetz und eine umweltbewusste Energiezukunft

  • Mélanie Guillebeau
  • 9

Am 21. Mai stimmt das Schweizer Volk über das Energiegesetz und damit über die Möglichkeit einer nachhaltigen, umweltverträglichen Schweizer Energiezukunft ab. Mit dem revidierten Gesetz sollen erneuerbare Energien gefördert, der Energieverbrauch gesenkt und die Energieeffizienz erhöht werden.

So tragisch der Super-GAU von Fukushima im Jahr 2011, so wegweisend war er für die Entwicklung der internationalen Energiepolitik. Erst dieses einschneidende Ereignis hat auch in der Schweiz den Stein ins Rollen gebracht: Der Bundesrat und das Parlament haben daraufhin den sukzessiven Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Zudem hat der Bundesrat mit der Energiestrategie 2050 weitere Anpassungen im Schweizer Energiesystem vorgesehen.

Das Energiegesetz, über welches das Schweizer Volk am 21. Mai abstimmt, stellt das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 dar. Es stützt sich auf vier Säulen:

1. Energiesparen und Energieeffizienz. Der Energieverbrauch soll mithilfe von Massnahmen in den Bereichen Verkehr, Gebäudebau und Elektrogeräte gesenkt werden.

2. Stärkung von erneuerbaren Energien. Die Energiegewinnung aus Solar-, Wind-, Wasser- und Biomasseanlagen soll ausgebaut werden. Allerdings nur in Regionen, wo die Umweltverträglichkeit gewährleistet werden kann.

3. Verbot neuer Kernkraftwerke. 

Bereits vorhandene AKWs können weiter betrieben werden, sofern sie sicher sind. Der Bau neuer Kernkraftwerke ist aber verboten. | © pilot_micha [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Bereits vorhandene AKWs können weiter betrieben werden, sofern sie sicher sind. Der Bau neuer Kernkraftwerke ist aber verboten. | © pilot_micha [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

4. Energieaussenpolitik: Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien im Inland und einer Steigerung der Energieeffizienz soll die Schweiz ihre Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger verlieren. Damit werden die bisherigen Ausgaben für den Kohle-, Gas-, und Ölimport gesenkt und die inländische Industrie unterstützt.

Energiestrategie kostet 40 Franken pro Haushalt und Jahr

In der Zeitung des „Überparteilichen Komitees gegen das Energiegesetz“ (c/o SVP Schweiz) ist von Mehrkosten, die sich auf 3200 Franken pro Haushalt und Jahr belaufen, die Rede. Dabei ist die Energiestrategie lediglich mit einem Netzaufschlag von 0.8 Rappen pro Kilowattstunde verbunden, was für eine vierköpfige Familie Mehrkosten von 40 Franken pro Jahr verursacht. Dieses Gegenargument ist wie auch der Rest der propagierten Negativfolgen völlig aus der Luft gegriffen.

Es stimmt, dass ein Abstimmungs-Ja zusätzliche Kosten nach sich zieht. Bis 2050 werden Ausgaben von rund einer Milliarde Franken pro Jahr entstehen. Diese können aber zu einem gewissen Teil durch den Netzzuschlag gedeckt werden. Und von Mehrkosten kann dabei kaum gesprochen werden, denn wenn wir auf unserer bisherigen Energiepolitik beharren, werden die Kosten für daraus resultierende Schäden an der Natur um ein Vielfaches höher sein.

Die SVP gegen den Rest

Der Bundesrat, das Parlament, die grosse Mehrheit der Parteien und alle Schweizer Heimats-, Natur- und Umweltschutzorganisationen plädieren für ein Ja bei der kommenden Abstimmung. Einzig die SVP und einige regionale Partei-Vertretungen sowie manche Industrieverbände stellen sich gegen das Energiegesetz und sind mit dieser Haltung allein auf weiter Flur.

„Die Energieversorgung wird effizienter, einheimischer und wird stärker auf erneuerbaren statt fossiler und atomarer Energiequellen basieren. Deshalb sagt Pro Natura überzeugt Ja zur ES2050“.

„Der WWF Schweiz sagt JA zur Energiestrategie 2050. Mehr Natur, mehr Klimaschutz und eine bessere, sicherere Energieversorgung können damit gleichzeitig realisiert werden.“

„Mit einem Ja zu dieser Vorlage kann das Stimmvolk die Energiewende und den Ausstieg aus der Atomenergie verbindlich festlegen, wovon der Werkplatz Schweiz stark profitieren wird. Die Sonne liefert uns in der Schweiz genügend Energie, wir müssen sie nur nutzen.“ – Verband unabhängiger Energieerzeuger (VESE)

Wie werden Sie am 21. Mai über das Energiegesetz abstimmen?

Umfrage Energiegesetz

9 Kommentare

  • FaKe KoMeNtArE lÖsChEn

    Hallo
    Könnte jemand diese Fake Komentare von den Personen löschen die sich eifach als Witz den Namen von Ueli Murer, Mr. President und Doris Leuthard genomen haben und so einen Mist schreiben. Weil so einen Mist schreiben Murer, Leuthard und Trump niemals.

    Danke wäre nett :)

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  • Hans Peter von Leucht

    Sali zemme
    i finde das sehr interessant was ihr möchit .
    witer so!!!!

    Antworten
  • Lisa Mazzone

    Guten Tag ich gebe der lieben Doris vollkommen recht. Was ihr begeht SVP ist eine komplette Schweinerei hetzt gegen die Ausländer nur weil sie eure Frauen und Kinder vergewaltigen.
    Lisa ist raus

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  • Ueli Bäumeler

    Wo ist der Sachverstand? Engineers? ETH? Im SCCER soll über 1000 Wissenschaftler involviert sein. Wo sind deren Studien? Wo sind deren Stimmen in den Diskussionen?
    Die „Faktenblätter“ des Bundes sind dünne Verkaufsunterlagen. Mit so was Eine Bank um einen Kredit anzufragen – die würden nur laut lachen. Das Volk wird’s schon gutheissen. Offensichtlich wird, dass das Klima ohne Strom aus AKW’s nicht zu retten ist. Deshalb äussern sich keine Sachverständige. Denn deren Wahrheit ist nicht gefragt. Sorry, ich kann weder diese Energiestrategie noch unsere Regierung hier erst nehmen. Bitte nachbessern..

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  • René Weiersmüller

    Angeblich kostet die Energiestrategie 2050 40 Franken pro Haushalt und Jahr, zurückzuführen auf den um 0.8 Rappen je Kilowattstunde erhöhten Netzzuschlag. Im Abstimmungsbüchlein zum Energiegesetz ist aber auch die Rede von Smartmetering (S. 11). Wer bezahlt den das mitsamt dem kompletten Einbau? Und wer bezahlt die 150 Millionen jährlich, die beim Gebäudeprogramm neu zusätzlich von der Rückvergütung ausgenommen werden (S. 54). Das allein entspricht schon rund Franken 70.- je Haushalt und Jahr. Von den Milliarden jährlich, die in die energetische Sanierung von bestehenden Gebäuden verlocht werden, nicht zu reden: Um jährlich einen Franken Energie zu sparen, müssen bei heutigen Bedingungen deutlich mehr als 100 Franken investiert werden. Leidtragende sind wegen den zu erwartenden Mietzinserhöhungen vor allem die Mieter, denn im Vergleich dazu bleiben die Heizkosteneinsparungen durch die Sanierung bescheiden.

    Welchem Würgegriff wir uns zusätzlich aussetzen, offenbart Art. 55 auf Seite 38: Zeichnet sich ab, dass die Verbrauchsrichtwerte laut Art. 3 (S. 17) nicht erreicht werden können, (wovon selbst die Befürwortern der Energiestrategie 2050 ausgehen), muss der Bundesrat weitere Massnahmen beantragen. Und diese werden ganz bestimmt weder billig noch schmerzfrei (Auto) sein.

    Zugegeben: Der intellektuelle Aufwand, um zusammen mit einigen Medienschaffenden auf SVP, Blocher, Brunner & Rösti herumzutrampeln ist kleiner, als in die Materie hineinzuknien und die einzelnen Argumente zu verifizieren.

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    • Mélanie Guillebeau

      Ich mag Ihnen hinsichtlich der eher konservativen Berechnungen des Bundesrates Recht geben. Es kann durchaus sein, dass die proklamierten 40 Franken pro Haushalt und Jahr überschritten werden. Die angegebenen 3200 Franken der Gegner sind dabei aber schlichtweg aus der Luft gegriffen. Und anstatt sich in die Details der Mehrkosten zu verrennen, sollte man sich vielmehr fragen, welche Alternativen es zum revidierten Energiegesetz und den erneuerbaren Energien gäbe, und welche Kosten diese verursachen würden. Denn es ist nun mal Fakt, dass die Lebensdauer unserer AKWs befristet ist und in näherer Zukunft nur der Neubau eines AKWs Abhilfe verschaffen würde, wenn wir die erneuerbaren Energien nicht ausbauen. Und solch ein Neubau wird uns Milliarden Kosten, unter der Voraussetzung, dass sich überhaupt ein Ort findet, an welchem der Bau genehmigt würde. Weiter werden wir auf jährlichen Fixkosten für den Unterhalt und noch schlimmer die Entsorgung der toxischen Abfälle festsitzen.

      Natürlich wir können auch weiterhin in unserer schönen Traumblase weiterleben und Erdöl und Kohle aus dem fernen Ausland importieren. Denn auf unsere Schweizer Natur hat dieser Abbau keine Auswirkungen, doch in den betroffenen Gebieten ist der Schaden an der Natur enorm. Dieser mag nicht mit einer klaren Zahl beziffert werden, doch in ferner Zukunft werden wir alle dafür bezahlen müssen. Spätestens dann, wenn wir die Erdöl-Reserven aufgebraucht haben, die Natur vor dem Ende steht und wir keine Alternative bieten können.

      Daher ist für mich die Entscheidung für ein Ja am 21. Mai ein Leichtes. Denn auch wenn es womöglich zusätzliche Kosten mit sich ziehen wird, so sind diese Mehrkosten es Wert unsere Umwelt – das weit kostbarste Gut und zugleich unsere Lebensgrundlage – zu schützen. Und es gibt nun mal keine andere Alternative als dies mit Investitionen in erneuerbare Energien zu schaffen.

  • Kurt Loew

    Wieso betreiben unsere Kantone Kohlekraftwerke (6 Blöcke) im Osten und bauen Gaskraftwerke in Italien und Frankreich? Grandiose Doppelmoral.

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  • Caludio K.

    AKW’s aus, das Klima retten und und auch noch Versorgungssicherheit – der 5er und das Weggli und das jeden Tag? Leider wird das nicht funktionieren. Energie ist Physik, ist rechenbar. Der Bund hat das nicht, hält es uns vor oder unsere Politiker haben in Physik gepennt. Bitte Nachbessern.
    Strom sparen, Elektromobilität und im Winter mit Strom heizen, wenn die Sonne nicht scheint? Die Rechnung geht nie auf. Die physikalische Wahrheit interessiert niemand. Wie gross der Verdruss, wenn sie uns bewusst wird – niemand wird mehr bereit sein, in das wirklich Nötige zu investieren. Eine Strategie bedingt eine klare Stossrichtung.

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    • Heinz Baldinger

      Nichts tun hilft auch nichts. Es ist ja eine Strategie und geht in die richtige Richtung. Wer weiss, was künftige Entwicklungen bringen. Sie müssen gefördert werden.


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