Tiger Jungtier

Sterben Tiger aus?

  • Gavino Strebel
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Tiger JungtierAm 14. Februar startet das Jahr des Tigers im Chinesischen Kalender. Doch zum Feiern gibt es keinen Grund. Denn die einst so stolze Population mit über 100 000 Tieren ist innert hundert Jahren auf ein paar Tausend Exemplare geschrumpft. „Wenn wir jetzt nicht entschlossen handeln, wird der Tiger bald nur noch im Zoo zu sehen sein“, warnt Doris Calegari, Projektleiterin beim WWF Schweiz.

Um den Tiger zu retten – weltweit gibt es nur noch rund 3200 Tiere – startet der WWF jetzt eine globale Kampagne mit dem Ziel, die Zahl der Tiger in seinen wichtigsten Verbreitungsregionen bis 2022 zu verdoppeln. Tiger gibt es heute nur noch in 13 Ländern (Bangladesh, Bhutan, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Russland, Thailand und Vietnam). Gemeinsam mit den Behörden der betroffenen Staaten kämpft der WWF für einen Stopp der Wilderei, gegen den Handel mit Tigerprodukten und für den Erhalt der Lebensräume dieser Grosskatzen. „Das Jahr des Tigers ist ein entscheidendes Jahr für uns: Es wird sich zeigen, ob wir diese Tierart langfristig vor dem Aussterben retten können“, sagt Calegari.

Wegen ihres Fells werden Tiger von Wilderen gejagt und Körperteile wie Knochen, Penisse, Haut und Zähne in der traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Zudem ist der Lebensraum der Tiger durch die Ausdehnung von Industrie und Landwirtschaft unter Druck, und auch der Klimawandel macht der Raubkatze seit einiger Zeit zu schaffen. So ist die Tigerpopulation in den Mangrovengebieten von Bangladesh durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht. Eine neue WWF-Studie zeigt auf, dass schon ein Anstieg des Meeresspiegels um 28 Zentimeter gegenüber heute rund 96 Prozent des dortigen Tiger-Lebensraums zerstören wird.

WWF Schweiz

Interaktive Karte mit Übersicht über die am meisten gefährdeten Tigerregionen

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