Stärkere Kontrolle für das Treibhausgas NF3

  • Corinna von Kürthy
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Treibhausgase sind strahlungsbeeinflussende, gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen können. Bekannte Treibhausgase sind beispielsweise: Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Stickstoffoxid/Lachgas (N2O), Fluorkohlenwasserstoffe (FCKWs), Schwefelhexafluorid (SF6) und Stickstofftrifluorid (NF3).

Das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) ist ein besonders klimawirksames Treibhausgas. Es wirkt 17 200 Mal so stark wie Kohlendioxid (CO2) und wird nur sehr langsam abgebaut. Die Verweildauer in der Atmosphäre beträgt ca. 740 Jahre, wie Spiegel-Online vergangene Woche berichtete.

Woher kommt NF3?
Die rasante Zunahme von NF3 seit den 90er-Jahren hängt vor allem mit der verstärkten Verwendung des Gases bei der Produktion von Flachbildschirmen und Solarzellen zusammen. Des Weiteren lässt sich der Anstieg von NF3 dadurch erklären, dass die Substanz als Ersatzstoff für die inzwischen verbotenen Fluor- kohlenwasserstoffe (FCKWs) verwendet wird.

NF3 soll stärker kontrolliert werden:
Durch die Verlängerung des Kyoto-Protokoll auf der Klimakonferenz in Doha verpflichteten sich 27 EU-Staaten und zehn weitere Länder dazu, neben den bisher einberechneten Treibhausgasen ab 2013 auch Stickstofftrifluorid (NF3) in die Klimabilanz einzubeziehen. In diesen 32 Staaten muss von nun an die NF3-Ausstossmenge konkret erfasst und dokumentiert werden. Leider werden jedoch gerade die asiatischen Ländern, also Länder, in denen die meisten Solarzellen und Flachbildschirme produziert werden, hierbei nicht mitmachen. Somit reflektiert auch NF3 einmal wieder das grosse Dilemma beim globalen Klimaschutz.

Bild: Aspie1991 [public domain], via Wikimedia Commons

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