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Die Südliche Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris subsp. australis ) in einem Trockenrasen im Wallis. | © Adrian Möhl

Unsere Pflanzenvielfalt ist stark bedroht!

  • Cécile Villiger
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Fast ein Drittel der einheimischen Pflanzenarten haben in den vergangenen 15 bis 30 Jahren zum Teil drastische Areal- und Bestandesverluste erlitten und sind deshalb auf der Roten Liste.

28% der rund 2700 einheimischen Pflanzenarten, welche Blütenpflanzen, Farne, Bärlappe und Schachtelhalme umfassen, sind gefährdet. Zusammen mit den potenziell gefährdeten Arten (16%), die ebenfalls Einbussen hinnehmen mussten, ergibt sich eine bedrohliche Situation für fast die Hälfte aller in der Schweiz einheimischen Arten. Im Vergleich zur letzten Roten Liste aus dem Jahr 2002 hat sich die Gefährdungssituation insgesamt sogar verschlechtert. Will die Schweiz ihr Naturkapital bewahren, muss sie dringend umfangreiche Massnahmen ergreifen.

Die Ursache für den schlechten Zustand der Flora ist der Lebensraumverlust und die Abnahme der ökologischen Qualität in den verbliebenen Lebensräumen. Der Artenrückgang bei den Gefässpflanzen betrifft vor allem die Pflanzenarten am und im Wasser, in Trockenwiesen, Gebüschen und Hecken sowie in Äckern und Weinbergen. Besonders betroffen sind dabei Siedlungsgebiete und Kulturland: Wo Böden mit Stickstoff übersättigt sind, werden anspruchsvolle Arten verdrängt.

Es gibt aber auch Lichtblicke: Lokale und regionale Artenförderungsprojekte zeigen Wirkung. Einzelne Bestände konnten stabilisiert und vergrössert werden. Es lohnt sich, zu handeln!

Bereits die Stabilisierung des heutigen Zustands der Artenvielfalt benötigt ein deutlich stärkeres Engagement. Unter anderem die rasche Einführung und Umsetzung des Aktionsplans zur Strategie Biodiversität Schweiz des Bundesrates, welcher 2012 beschlossen wurde.

 

Lesen Sie hier, welche Pflanzenarten auf der Rote Liste sind.

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