© Kanton Aargau
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Stärkster Feuerbrand-Befall seit Jahren

  • Judith Schärer
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Die Bakterienkrankheit Feuerbrand hat den südlichen Aargau stark in Mitleidenschaft gezogen. Auf den Kernobstbäumen muss der bisher schlimmste Befall seit 2007 verzeichnet werden.

Die schöne Wetterlage im Frühjahr bot beste Infektionsbedingungen für den Feuerbrand, eine gefährliche, durch das Bakterium Erwinia amylovora verursachte Pflanzenkrankheit. Es wurden so viele Infektionstage verzeichnet wie seit vielen Jahren nicht mehr. Bisher wurde in 33 Gemeinden Feuerbrandbefall festgestellt und rund 250 Hochstämme mussten gerodet werden, wie der Kanton Aargau mitteilt. Betroffen sind vor allem Birnen der hochanfälligen Sorte Gelbmöstler. Aufgrund des hohen Befalls wurde der Einsatz des Antibiotikums Streptomycin im Kanton Aargau, wie auch in anderen Kantonen, freigegeben. Im Aargau wurde das Streptomycin auf vier Betrieben erfolgreich eingesetzt. Der Einsatz ist nur für berechtigte Betriebe und unter Einhaltung hoher Auflagen zum Schutz ihrer Erwerbsobstanlage erlaubt.

Symptome für Feuerbrand sind eindeutig

Das Schadbild von Feuerbrand ist in diesem Jahr eindeutig zu erkennen. Ganze Triebe sind braun bis schwarz verfärbt. Die Blätter bleiben an den Trieben hängen und die Triebspitze ist nach unten gebogen. Verdächtige Pflanzen müssen umgehend der für Feuerbrand zuständigen Person der Gemeinde gemeldet werden. Wegen der grossen Verschleppungsgefahr dürfen verdächtige Pflanzen nicht berührt werden.

Erfolgreiches Projekt Hochstamm-Ersatzpflanzungen

Seit 2012 wird für jeden aufgrund von Feuerbrandbefall gerodeten Hochstammbaum den Besitzern kostenlos ein Jungbaum zur Verfügung gestellt. Diese Massnahme hilft, den für die Kulturlandschaft wichtigen Hochstammbestand im Aargau zu stabilisieren. Aufgrund des tiefen Befallsdrucks im 2014 mussten im letzten Jahr erfreulicherweise nur 18 Hochstammbäume gerodet werden (2012: 230 Rodungen, 2013: 30 Rodungen). Rund 90 Prozent dieser gerodeten Bäume wurden durch Jungbäume ersetzt. Der Kanton hofft, dass auch im 2015 die betroffenen Besitzer von dieser Möglichkeit zur Pflanzung eines Ersatzbaumes Gebrauch machen werden.

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