Der Ständerat lehnte die Zersiedelungsinitiative ab. © Costacasa [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Der Ständerat lehnte die Zersiedelungsinitiative ab. © Costacasa [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Ständerat sagt Nein zur Zersiedelungsinitiative

  • Selina Fehr
  • 4

In der gestrigen Debatte entschied sich der Ständerat für Beton statt Bodenschutz. Er lehnte die von der Umweltallianz empfohlene Zersiedelungsinitiative der Jungen Grünen ab.

Einmal mehr zeigt sich, dass im Rat Umweltanliegen hintenanstehen: Der Ständerat lehnte die Zersiedelungsinitiative und damit eine Möglichkeit für massvollen Umgang mit der Ressource Boden ab. Die beiden weiteren Raumplanungsvorlagen des gestrigen Tages zeigten, dass Bundesbern den Kulturlandschutz weiter verwässern will.

Mit der Empfehlung der Umweltallianz, bestehend aus WWF, Greenpeace, VCS und Pro Natura stehen neben zahlreichen Organisationen auch sämtliche grossen Umweltverbände hinter der Initiative und diese ist breit abgestützt ist.

Die Zersiedelungsinitiative will

  • Die Rahmenbedingungen für nachhaltige Quartiere deutlich verbessern.
  • Die Zersiedelung durch Kompensation von Neueinzonungen wirksam stoppen.
  • Den Wildwuchs beim Bauen ausserhalb der Bauzonen beenden.
  • Moderate Aufstockungen ermöglichen.

Nun liegt es am Nationalrat, das Ergebnis des Ständerats zu korrigieren. «Um die Schweizer Landwirtschaft und unsere Lebensqualität zu erhalten, ist eine massvolle Raumplanungspolitik zwingend» sagt Luzian Franzini, Co-Präsident der Zersiedelungsinitiative. Gerade in Landwirtschaftskreisen muss ein Umdenken stattfinden. Wenn weiter lokal produziert werden soll, darf Kulturland nicht in der gleichen Geschwindigkeit wie bisher der Zersiedelung zum Opfer fallen.

Täglich werden in der Schweiz 8 Fussballfelder Grünfläche verbaut. Aktuell stehen Bauzonen einer Fläche grösser als der Kanton Schaffhausen zur Verfügung. Durch eine moderate Aufstockung in den Zentren sowie eine effiziente und weitsichtige Nutzung der noch offenen Bauzonen wird es auch in Zukunft nach sämtlichen Bevölkerungsszenarien des Bundes mehr als genug Wohnraum geben. Weitere Einzonungen und das damit verbundene unwiderrufliche Versiegeln von weiterem Kulturland sind daher weder notwendig noch verhältnismässig.

 

4 Kommentare

  • martina

    Hallo Zusammen, ich denke wir Schweizer sollten auch mal wieder vom Einfamilienhaustraum weg kommen. Ich bin der Meinung das man nicht 5 Zimmer und 150 QM Platz für 2 Personen braucht. Wir leben zu zweit mit 84 Qm super, weniger Konsum hilft :-)

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  • Vincent Sohni

    Liebe Nina
    Ich stimme voll mit dir überein, dass die Zersiedelung gestoppt werden muss. Bitte vergiss aber nicht, dass auch der Flächenverbrauch jedes Schweizers stetig ansteigt. Den schwarzen Peter da alleine den Ausländern zuzuschieben ist ebenfalls etwas scheinheilig. Und zumindest im Naturschutzbereich gibt es in der EU auch durchaus Regelungen und ein Schutzgebietssystem, welche deutlich über die Prxis in der Schweiz hinaus gehen. Statt Streit und Schuldzuweisungen sollten wir doch besser die Kräfte für die „Grüne Sache“ bündeln und die Vorteile der direkten Demokratie (ok, die gibt es wirklich so in der EU nicht ;) ) nutzen und unterstützen

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  • Nina

    Ich finde diese Zersiedelung -milde ausgedrückt- ganz und gar nicht gut . Was mich aber immer wieder “wundert” ist die grüne Politik… einerseits propagandieren sie für offene Grenzen, EU-Beitritt ( wo die Umweltgesetze generell viel schwächer sind als hier), gegen die Masseneinwanderungsinitiative, gegen Hochhäuser (…alles Faktoren die in den letzten Jahren DRASTISCH zur Zersiedlung beigetragen und die an teils Orten sogar ausgelöst haben)…und dann kommen sie mit der Zersiedlungsinitiative daher… find ich extrem scheinheilig!

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    • Daniel

      Liebe Nina: Wieso sind immer die Ausländer schuld wenn sie Häuser von Schweizer Immobilienhändler zu überteuerten Preisen kaufen? Und den Boden? Wer verkauft den „Schweizer Boden“ den Ausländern? Wer stellt die Ausländer ein? Die Grünen? Einfach ein bisschen weiter denken, ok? Und lassen sie ihre Xenophopie zuhause.


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