© Verein StadtNatur
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Stadtdachs und Co. tappen in die Fotofalle

  • Roman Vonwil
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Viele Wildtiere leben zwar vor unserer Haustür. Doch zu sehen sind sie nur selten. Meist sind sie nachtaktiv und weichen den Menschen aus. Fotofallen in Gärten und Grünanlagen der Stadt Zürich machen nun die Stadtwildtiere erlebbar.

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Ein erstes Ergebnis der Fotofallen-Aktion des Vereins StadtNatur zeigt: In der Stadt Zürich leben erstaunlich viele Dachse. Dachse leben wie Füchse auch in der Stadt. Sie sind aber weit weniger anpassungsfähig als ihre roten Verwandten.

Die Dachse leben im Familienverband und verbringen den Tag immer in ihrem Bau. Sie brauchen diesen sicheren Rückzugsort und sind draussen sehr scheu. Deshalb wohnen sie eher in den ruhigen Wohnquartieren am Stadtrand. In der Nacht sind einzelne Dachse jedoch fast in der ganzen Stadt unterwegs und wurden sogar schon am Bürkliplatz oder beim Friedhof Sihlfeld beobachtet. Ihre Baue graben Dachse in grosszügigen Grünanlagen, auf Friedhofarealen oder in einer verwilderten Ecke eines grossen Gartens.

Die Eidgenössische Jagdstatistik und die entsprechenden Zahlen des Kantons Zürich deuten darauf hin, dass die Dachspopulation aktuell zunimmt. Dachse wurden während der Tollwutzeiten durch Bauvergasungen stark dezimiert. Vermutlich beginnen sich die Bestände nun langsam wieder zu erholen.

Die Arbeit des Vereins StadtNatur zeigt diese Entwicklung auch in der Stadt Zürich. Auf dem Gebiet der Stadt Zürich leben heute schätzungsweise 150 bis 250 Dachse. Eine genaue Schätzung des Bestandes zu machen, ist allerdings bei so versteckt lebenden Tieren ausgesprochen schwierig.

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Von Juni bis Oktober 2014 führen die Biologen von StadtNatur eine Fotofallenaktion in den Zürcher Quartieren durch. Zusammen mit den StadtNaturbeobachtern_innen, einem Netzwerk von Freiwilligen, die sich im StadtWildTier-Projekt engagieren, werden die Fotofallen in privaten Arealen, Gärten oder städtischen Grünanlagen aufgestellt. Vier Fotofallen haben bislang während 13 Wochen an 23 verschiedenen Standorten rund 13’000 Bilder geschossen. Auf 926 Bildern sind Tiere zu sehen, darunter 325 Füchse, 12 Dachse, 56 Rehe, 15 Marder, 358 Katzen und 14 Igel.

Auf dieser Plattform des Vereins StadtNatur können zudem Wildtierbeobachtungen aus dem Siedlungsraum gemeldet werden. Seit dem Start der Plattform im Oktober 2013 wurden in Zürich 45 Dachsbeobachtungen gemeldet.

Wer Lust hat, als StadtNaturbeochter_in selber aktiv zu sein, kann sich hier informieren.

1 Kommentar

  • Meier Peter

    Liebe Naturfreunde, Beobachterinnen/Beobachter für Stadt-Wildtiere
    und deren allgemeine Leserfreunde!
    Grundsätzlich muss man, unabhängig der erstaunlich hohen Zahl von Wildtieren (wie in Zürich), die symbioseartigen Gegebenheiten zu diesen Wildtieranpassungen in urbanischen Ballungszentren wie eben auch Zürich (St.Gallen, etc.), berücksichtigen.
    So wissen auch viele Leute oder Kinder logischerweise noch nicht, dass ein Fuchs, seine Behausung nicht selber gräbt!
    Die Füchse haben ihre Behausungen nur dank Annektierung einer
    Dachshöhle! Sie vertreiben Dachse im eigenen Bau durch gezielte Kotablagen (resp. Exkrementierungen) jeglicher Art.
    Der Dachs ist ein reichlich sauberes Tier und kann dies nicht ertragen, also zieht er aus und baut sich ein neues Zuhause!
    Die Dachse sind DIE ERDHÖHLENGRÄBER, aber niemals ein Fuchs!
    Peter Meier, Basel

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