Alpen Ställe

Ställe sind keine Ferienhäuser

  • Dominique Haiden
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800px-Matschwitz_sommer_050616Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) lobt die Bündner Regierung für die klare Haltung in Sachen Umbau von Ställen in Ferienhäuser. Das alpine Landschaftsbild in Graubünden ist eines der besterhaltenen der Schweiz, nicht zuletzt aufgrund einer konsistenten kantonalen Raumplanungspolitik.

Die in vielen Gegenden, wie im Prättigau oder in der Surselva, verstreut gelegenen landwirtschaftlichen Bauten stellen einen grossen kulturellen Wert dar, wovon letztlich auch der Tourismus profitiert. Mit dem klaren Nein zu einem flächendeckenden Umbau der etwa 20’000 ausserhalb der Bauzonen gelegenen Ställe in Ferienhäuser führt die Kantonsregierung mit Blick auf die klare bundesgesetzliche Grundlage ihre bisherige konsequente Politik in dieser Frage fort. Wie vorteilhaft diese klare Haltung ist, zeigen die grossen Probleme des Kantons Tessin, der mit Hunderten von bundesrechtswidrigen Umbauten konfrontiert ist, und zahlreiche Gerichts- und Bundesbehördenentscheide wegen seiner zu liberalen Bewilligungspraxis hatte hinnehmen müssen. Eine Umnutzung der Ställe in Wohnbauten würde nebst der massiven Veränderung des Gebäude- und Landscharakters auch unerwünschte spekulative Seiten mit sich bringen.

Eine Erhaltung der Stallbauten erhält mit der künftigen Agrarpolitik und der neuen Landschaftsqualitätsbeiträge mögliche neue Perspektiven. Die SL schlägt zudem vor, die zahlreichen Meliorationsvorhaben mit der Instandsetzung der landschaftsprägenden Ställe zu verbinden. Zudem muss auch nicht à tout prix jeder Stall erhalten bleiben.

Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL

Bild: Giacomo1970 (Wikimedia Commons)

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