© Art G. [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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St. Gallen kritisiert Wolf- und Luchskonzept

  • Roman Vonwil
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Nachdem die überarbeitete Fassung der Wolf- und Luchskonzepte des BAFU bereits bei Schweizer Natur- und Umweltschutzorganisationen auf wenig Gegenliebe gestossen ist, erntet die Vorlage nun in der Vernehmlassung auch von den Kantonen Kritik. auch die Regierung des Kantons St. Gallen die Wolfs- und Luchskonzepte kritisch.

Nicht nur Natur- und Umweltschutzverbände üben Kritik an den überarbeiteten Wolf und Luchskonzepte, die das BAFU Anfang Juni zur Konsultation vorgelegt hat, sondern nun auch der Kanton St. Gallen. Nachdem die Kantone Freiburg und Solothurn die Neuerungen in den Konzepten bereits grundsätzlich begrüsst haben, kritisiert die Regierung des Kantons St. Gallen nun die Vorlage.

Die zunehmende Präsenz von Grossraubtieren in der Schweiz und insbesondere im Kanton St. Gallen führe dazu, dass zum Teil stark divergierende Interessen der Bevölkerung in den Bereichen Jagd, Landwirtschaft, Wald, Naturschutz und Freizeit verstärkt tangiert werden.

Die St. Galler Regierung erachtet es daher als wichtig, dass in diesem grossen Spannungsfeld stringente Konzepte zur Anwendung kommen, um einen allseitig befriedigenden Ausgleich der Interessen zu finden. Die Erfahrungen mit den bisherigen Konzepten Wolf und Luchs seien auf der Vollzugsebene gut. Trotzdem bestehe in verschiedenen Bereichen Anpassungsbedarf. Aus Sicht der St.Galler Regierung werde dieser in der vorliegenden Revisionsvorlage nur teilweise erkannt. Zum Teil erscheinen Vorgaben für den Vollzug zu kompliziert und damit nicht praxistauglich.

Zudem erachtet es die St. Galler Regierung als notwendig, dass das Wolfs-Konzept besser an die zukünftige Entwicklung ausgerichtet wird, um zu verhindern, dass die Regelungen im Konzept Wolf der Realität hinterher hinken. Die Regierung beurteilt die vorgeschlagenen Änderungen daher zwar im Grundsatz positiv, macht aber Vorbehalte zur Praxistauglichkeit und zur Ausrichtung auf zukünftige Entwicklungen. Konkrete Forderungen stellt sie auf hinsichtlich einer flexibleren Einteilung der Grossraubtierkompartimente sowie einer tieferen Festlegung der Abschusskriterien und somit einer rascheren und gezielteren Regulation von Wolfsbeständen. Auch bei der Regulation von Luchsbeständen brauche es griffigere Kriterien.

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