Sparen im Regionalverkehr

  • Gavino Strebel
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s-bahn Der Bundesrat hat seine Vorschläge zu Sparmassnahmen im Regionalverkehr präsentiert. Rund 14 Prozent der Regionallinien, die heute vom Bund Abgeltungen erhalten, drohen gemäss den geplanten Sparmassnahmen des Bundes zu verschwinden. Die Konsequenz wäre, dass ganze Regionen – vor allem im Berggebiet – vom Netz des öffentlichen Verkehrs abgehängt würden. Auch die längerfristig geplante Umstellung von regionalen Bahnlinien auf den Bus würde ähnliche Folgen zeitigen. Geht es nach dem Willen  des Bundesrates, sollen nur noch Regionalverkehrslinien mit einer Mindestnachfrage von 100 Personen pro Tag Abgeltungen des Bundes erhalten. Heute liegt diese Limite bei 32 Fahrgästen pro Tag. Damit drohen 175 der heute 1300 abgeltungsberechtigten Linien zu verschwinden. Dies entspricht einem Anteil von 14 Prozent. Vor allem im Berggebiet würden ganze Regionen und Dörfer vom Netz des öffentlichen Verkehrs abgehängt.

Der VCS Verkehrs-Club der Schweiz lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagenen Sparmassnahmen im Regionalverkehr ab. Diese stünden in keinem Verhältnis zur Einsparung von bloss 15 Millionen Franken, die damit jährlich erzielt würde, schreibt der VCS. Eine solche Massnahme wird vom VCS nicht nur aus  regionalpolitischen Gründen abgelehnt. Verschwinden Linien des öffentlichen Verkehrs, führe dies zu einer Verlagerung auf den privaten Strassenverkehr und damit zu einem höheren CO2-Ausstoss.

Statt den Regionalverkehr zu schwächen und minimale Einsparungen zu erzielen, solle der Bundesrat andere Massnahmen im Bereich des Verkehrs in Erwägung ziehen. Der VCS schlägt eine Pauschalisierung des Steuerabzugs für Berufspendlerinnen und -pendler vor. Dies würde zu Mehreinnahmen führen und aus der Sicht der Raumordnung erst noch Sinn machen.

Verkehrsclub der Schweiz VCS

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