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Spärliche Obsternte wegen Klimawandel?

  • Judith Schärer
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Die diesjährige Obsternte fiel aufgrund des heiss-trockenen Sommers weniger üppig aus als im Vorjahr. Sind dies die ersten Konsequenzen einer weltweiten Erwärmung, welche wir nun zu spüren bekommen?

Das Sommerfrüchtejahr 2015 sei mehrheitlich positiv verlaufen, meldet der Schweizer Obstverband. Damit gemeint sind Aprikosen, Beeren, Kirschen und Zwetschgen. Eine Herausforderung sei das Wetter gewesen: Im mehrheitlich milden Frühjahr gediehen die Früchte zwar gut, jedoch litten sie im Sommer  teils unter Trockenheit und Hitze. Das wirkte sich auf die Erntemengen aus, welche durchgehend unter denjenigen des Vorjahres lagen.

20152014
Erdbeeren73268720
Aprikosen37445312
Zwetschgen31463826
Kirschen21943412
Heidelbeeren410458
Brombeeren397420
Johannisbeeren278265

Die kleineren Ernten hatten auch einen Vorteil. Absatzprobleme wie im letzten Jahr gab es diese Jahr keine. Zudem machte die Kirschessigfliege weniger Ärger. Die Schäden waren laut Obstverband in diesem Jahr deutlich geringer. Trotzdem: Die Bekämpfung des winzigen Insekts sorgt bei den Produzenten für einen Mehraufwand. Dazu kommt laut Obstverband die psychische Belastung – wegen möglicher Ernteeinbussen.

Konsequenzen der Klimaerwärmung?

Der diesjährige heisse und trockene Sommer entspricht den Voraussagen, welche schon vor einigen Jahren gemacht wurden. Demnach gehe die Sommerentwicklung in Richtung mediterranes, „semi-arides“ (also „halb-trockenes“) Klima. Die Erwärmung werde allerdings nicht gleichmässig erfolgen, sondern unter „zunehmender Variabilität“, wie es die Wissenschaftler nennen. Was für Auswirkungen solch ein Wandel in Zukunft auf unsere Ernten haben wird, bleibt ungewiss.

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