Solar skilift

Solarskilift im Safiental ist ein Erfolg

  • Corinna von Kürthy
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Am Wochenende ging in Tenna im Bündner Safiental die Skisaison zu Ende. Der weltweit erste Solarskilift, den die Skiliftgenossenschaft dank der Unterstützung der Schweizer Berghilfe bauen konnte, bewährte sich auch in seiner zweiten Saison und beförderte zahlreiche Gäste den Hang hinauf.

Der Solarskilift produziert seinen Strom durch Solarpanels selbst und zieht somit umweltbewusste Skifahrer an. Jahrelang wurde geplant, mit verschiedenen Partnern zusammen getüftelt und vor allem Geld gesammelt. Die eigenen Mittel der Genossenschaft wurden voll ausgeschöpft. Dennoch reichte das Geld zuerst nicht ganz aus.

Erst durch die Unterstützung der Schweizer Berghilfe konnte das Projekt endgültig gestartet werden. Eduard Schaufelberger: „Diese Hilfe war sehr wichtig für uns. Wir hatten alle Geldquellen ausgeschöpft, und es blieb nur noch die Möglichkeit, Kredite aufzunehmen.“

Mit der Hilfe der Schweizer Berghilfe konnte aber im Sommer 2011 mit dem Bau begonnen werden, und an der Saisoneröffnung im Dezember 2011 zog der neue Lift die ersten Skifahrer mit Solarstrom zum Start der Pisten hoch. Die Solarpanels sind an Stahlseilen hängend über den Köpfen der Skifahrer angebracht. Der Clou dabei: Sie richten sich selbständig nach dem Stand der Sonne aus.

Die Praxis hat gezeigt: das System funktioniert. Sogar deutlich besser, als ursprünglich berechnet. Während der ersten Skisaison produzierte der Lift fast drei Mal so viel Strom, wie er verbrauchte. Und weil er ausserhalb der Skisaison sozusagen als Kraftwerk dient, speiste der Lift im ersten vollen Jahr seines Bestehens sogar dreizehn Mal so viel Strom ins Netz, wie er verbrauchte.

„Von so guten Werten sind die Planer nie ausgegangen. Wir hatten am Anfang sogar das Luxusproblem, dass das Netz aus technischen Gründen nicht den ganzen Strom aufnehmen konnte“, sagt Schaufelberger. Was ihn aber fast noch mehr freut als die hohe Stromproduktion ist der reibungslose Alltagsbetrieb. Dafür, dass es für das System noch keine Erfahrungswerte gegeben hat, sei alles sehr rund gelaufen. „Wir hatten keinen einzigen Betriebsunterbruch wegen technischer Probleme.“

Auch die nun beendete Saison war wieder eine gute Saison. „Die genauen Zahlen sind zwar noch nicht da, aber die Einnahmen aus den Billetverkäufen dürften sich diesen Winter auf dem Niveau des Vorjahres bewegen, obwohl dieses Jahr viele Kantone zur gleichen Zeit Sportferien hatten.“ Die Genossenschaft nahm damit rund ein Drittel mehr ein als im letzten Betriebsjahr des alten Lifts, der aus den 1960er Jahren stammte.

Bild: © Schweizer Berghilfe

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