Solarenergie wächst

  • Eliane Küpfer
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In der Schweiz wurden 2012 rund 67 Prozent mehr Photovoltaik-Module verkauft als im Vorjahr. Die verkaufte Modulleistung von rund 200 Megawatt entspricht einer Fläche von 1.5 Millionen Quadratmetern. Total produzieren in der Schweiz nun 400 Megawatt Modulkapazität jährlich 340 Gigawattstunden Strom. Dies entspricht mehr als 0.5 Prozent des Verbrauchs, teilte Swissolar mit. Zum Vergleich: In Bayern lag dieser Wert Ende des vergangenen Jahrs bei fast 10 Prozent.

Das starke Wachstum steht im scheinbaren Widerspruch zu der Warteliste für kostendeckenden Einspeisevergütung KEV, mit über 22‘000 Photovoltaikanlagen. Das Zubaukontingent 2013 für Photo- voltaikanlagen ist rund zwei Drittel kleiner als der reale Zubau 2012. Das trotzdem gebaut wird, ist darauf zurückzuführen, dass viele Leute trotz der Warteliste eine Anlagen realisieren – im Vertrauen darauf bald Zuschüsse über die KEV zu erhalten. Andererseits gibt es verschiedene Energieversorger und Gemeinden, die Überbrückungs-oder  Ergänzungsbeiträge zur KEV auf nationaler Ebene bezahlen. Von dieser Möglichkeit kann jedoch nur eine Minderheit der Schweizer Bevölkerung profitieren.

Swissolar appelliert an die Politik, rasch für eine Deblockierung der KEV und damit für einheitliche, verlässliche Rahmen- bedingungen für alle Bauherrschaften zu sorgen, die bereit sind, mit einer Photovoltaikanlage einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Wenn dies gewährleistet ist, kann das Swissolar-Ziel von 20 Prozent Solarstrom bis 2025 erreicht werden. Ein weiteres grosses Potential sieht Swissolar in der Nutzung der Solarwärme, der zweiten Technik zur Solarenergienutzung. Im Zentrum steht die vermehrte Nutzung des bisher kaum genutzten Potenzials zur Trinkwassererwärmung auf Mehrfamilienhäusern.

Bezahlbare Hochwirkungsgrad-Solarzellen
Eine weitere erfreuliche Meldung gibt es in der Entwicklung von Solarzellen. Die wirtschaftliche Erzeugung von Solarstrom erfordert Solarzellen mit maximalen Wirkungsgraden bei möglichst niedrigen Herstellungskosten. Bisher gelang es mit weniger aufwändigen Herstellungsverfahren nicht die erforderliche Materialqualität zuerreichen. Kristallzüchtungsexperten vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB in Erlangen wollen das ändern. Gemeinsam mit Partnern aus der Industrie und Forschung entwickeln die Fraunhofer-Forscher die wissenschaftlich-technischen Grundlagen für die kostengünstigere Herstellung von n-Typ-Siliziumkristallen mit reduzierter Defektdichte und homogener Widerstandsverteilung.

Weitere Informationen

Fraunhofer-Institut

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