Pflanzen, die nachts blühen, wie die Nachtkerze, locken Insekten an und bieten Fledermäusen damit ein reiches Buffet. © Dietmar Nill, NABU
Pflanzen, die nachts blühen, wie die Nachtkerze, locken Insekten an und bieten Fledermäusen damit ein reiches Buffet. © Dietmar Nill, NABU

So fühlen sich Fledermäuse im Garten wohl

  • Redaktion Naturschutz
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Wer seinen Garten besonders abwechslungsreich und naturnah gestaltet, hilft damit auch den Fledermäusen. Die pelzigen Flugkünstler können auch bei  der Wohnungsfindung unterstützt werden. Wie das am besten geht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn es im Sommer dämmrig wird, kann man sie lautlos durch die Luft schiessen sehen: Fledermäuse auf der Jagd nach Insekten. 30 Fledermausarten sind in der Schweiz heimisch, doch die Schönen der Nacht sind bedroht, weil sie unter Wohnungs- und Nahrungsnot leiden. Die intensive Landwirtschaft, Gebäudesanierungen und der Insektenschwund machen ihnen das Leben schwer. Der NABU gibt in einer Mitteilung Tipps, wie Hobbygärtner Fledermäuse in ihren Garten locken und ihnen Quartiere und Nahrung bieten können.

Warum nicht ein eigenes «Fledermausbeet» anlegen?

Der Garten sollte dazu möglichst vielfältig gestaltet sein, etwa mit einer artenreichen Wiese und heimischen Stauden statt englischem Rasen. Statt einer blickdichten Thujahecke sollten heimische Gehölze, wie Holunder und Hundsrose, gepflanzt werden. «Ein solcher Garten ist für Insekten attraktiv und damit auch für Fledermäuse, die von ihnen leben», sagt NABU-Gartenexpertin Marja Rottleb. «Ein eigenes Fledermausbeet mit nachtblühenden, nektarreichen Blütenpflanzen ist wie ein Feinschmeckerlokal für die Tiere. Diese Pflanzen locken durch ihren intensiven Duft Nachtfalter, die Lieblingsspeise vieler Fledermausarten, an. Dazu zählen beispielsweise das gewöhnliche Leimkraut, Seifenkraut und die Wegwarte.»

Richten Sie Ihren Garten insektenfreundlich ein. Die Fledermäuse (im Bild ein Braunes Langohr) werden es Ihnen danken! © Eckhard Grimmberger, NABU
Richten Sie Ihren Garten insektenfreundlich ein. Die Fledermäuse (im Bild ein Braunes Langohr) werden es Ihnen danken! © Eckhard Grimmberger, NABU

Gut für Fledermäuse ist es auch, einen Teich anzulegen. Das Wasser zieht viele Insekten an – und bietet Fledermäusen so einen reich gedeckten Tisch. «Je artenreicher der Garten, desto mehr Insekten tummeln sich dort», sagt Rottleb. «Ganz wichtig: Verzichten Sie auf Insektizide und andere Gifte.»

Den Flugkünstlern eine Wohnung bieten

Auch bei der Wohnungsnot können Gärtner Fledermäusen helfen. Höhlen in alten Bäumen, alte Keller oder Kartoffelmieten werden gern als Winterquartier genutzt, wenn sie kühl, feucht und frostfrei sind. Wo es das nicht gibt, kann Wohnraum geschaffen werden. «Künstliche Quartiere wie Fledermausbretter oder Flachkästen an Giebelwänden sowie Höhlenkästen werden von den Tieren gerne angenommen», sagt Sebastian Kolberg, NABU-Fledermausexperte. «Viele Kästen kann man aber auch in Bäumen anbringen. Geeignete Fledermauskästen gibt es im Fachhandel – oder man baut sie einfach selbst.»

Mehr Informationen zu Fledermäusen in der Schweiz finden Sie bei der Stiftung Fledermausschutz.

Am 25. und 26. August findet auch in der Schweiz die 22. internationale Batnight statt.

Beim NABU finden Sie eine Bauanleitung für einen Fledermauskasten

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