Smaragd-Schutzgebiete: Kritik

  • Silvan Kaufmann
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Steinadler_vogelwarteDer Bund hat 37 Biotope für die Aufnahme in das europäische Schutzgebiets Netzwerk Smaragd angemeldet. WWF und Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz kritisieren die Auswahl. Sie erfolgte nicht nach wissenschaftlichen Kriterien sondern nur nach der Bereitschaft der Kantone. Beide Organisationen fordern, dass in einem weiteren Schritt neue Gebiete unter Schutz gestellt werden, damit das europäische Schutz-Netzwerk Smaragd seine Aufgabe erfüllen kann.

„Endlich hat der Bund reagiert“, sagt dazu Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität beim WWF Schweiz. „Der Druck von WWF und SVS/BirdLife Schweiz, die gemeinsam beim Europarat in Strassburg gegen die Schweiz geklagt haben, hat also etwas bewirkt“. Nur: Die Auswahl der Gebiete ist aus Sicht der beiden Naturschutzorganisationen wenig überzeugend. „Die Biotope wurden nicht nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt, sondern es wurden einfach die Gebiete angemeldet, in denen die Kantone zur Mitarbeit bereit waren“, bedauert Kurt Eichenberger. In einem weiteren Schritt wünscht sich Eva Inderwildi, Projektleiterin beim SVS/BirdLife Schweiz, dass auch noch nicht geschützte bedeutende Gebiete den internationalen Schutzstatus bekommen.

Begrüssenswert ist die Anmeldung der Smaragd Gebiete in den Grenzkantonen Jura, Graubünden und Tessin. Dies stimmt zuversichtlich, dass die dringende internationale Vernetzung zumindest punktuell doch noch zustande kommt. Naturvielfalt macht nicht an Landesgrenzen halt. Wollen wir die Ziele, die sich die Schweiz gesteckt hat, erreichen, braucht es dringend den Blick über den Tellerrand, schreiben die beiden Naturschutzorganisationen WWF und SVS/BirdLife Schweiz.

Weitere Infos:
WWF
SVS/BirdLife Schweiz

Medienmitteilung BAFU

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