gewaltfreie Sitzblockade Mühleberg

Sitzblockade Mühleberg polizeilich geräumt

  • Dominique Haiden
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Am 4. September haben rund 100 Aktivistinnen und Aktivisten mit einer Sitzblockade die Zufahrt zum AKW Mühleberg und somit die Revisionsarbeiten blockiert. Die friedliche Aktion verlieh der Forderung, Mühleberg sofort und endgültig vom Netz zu nehmen Nachdruck. Die Sitzblockade dauerte den ganzen Tag und wurde dann von der Polizei geräumt.

Mit diversen Mängeln und ohne hochwasserresistente Kühlwasserversorgung soll das AKW Mühleberg im September wieder in Betrieb genommen werden. Dadurch sind mindestens 500’000 Menschen in den umliegenden Regionen weiterhin massiv bedroht. Aus diesem Grund wurden am 4. September in einem „Akt des zivilen Ungehorsams und der Notwehr“, wie die Initianten ihre Sitzblockade bezeichnen, die unsinnigen Nachrüstungs- und Revisionsarbeiten am maroden AKW Mühleberg mit einer gewaltfreien Blockade lahmgelegt.

Die Polizei war zwar schon am frühen Morgen vor Ort, hielt sich aber vorerst im Hintergrund. Erst als die Blocklade auf die Zufahrtsstrasse über den Wohlensee-Staudamm erweitert wurde, griff die Polizei ein und räumte die friedliche Sitzblockade. 26 AktivistInnen wurden verhaftet und befragt, alle wurden aber im Verlauf des Abends wieder freigelassen.

Für die Demonstranten war die Aktion, trotz der polizeilichen Räumung, eine Erfolg. Die AktivistInnen haben ein starkes Zeichen gesetzt und zeigen mit ihrem Protest, dass die Vertuschungs- und Verfälschungspolitik des ENSI’s, aber auch der BKW nicht länger geduldet werden. Eine AktivistIn meinte am Sonntag dazu: „Wir fordern die Ausserbetriebnahme dieses gefährlichen Schrottreaktors! Für die Räumung haben wir kein Verständnis: Es sind die BKW und das ENSI, die aufgehalten werden müssen. Sie gefährden weite Teile der Bevölkerung, solange Mühleberg am Netz bleibt. Darum haben wir uns hier friedlich, blockierend und mit sehr viel Entschlossenheit auf der Zufahrtstrasse niedergelassen.“

Verschiedene Organisationen haben ihre Sympathie zur Sitzblockade bekundet, unter anderem AKW-ADE, Greenpeace und die Grünen.

Weitere Informationen

AKW-ADE

Greenpeace Schweiz

Grüne Partei der Schweiz

Bild: Philip Reynolds

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