© Gonzografie - fotolia.com
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Sind Hauskatzen eine Bedrohung für den Wildtierbestand?

  • Nicole Wabersky
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In der Schweiz leben rund 1,4 Millionen Hauskatzen. 70 Prozent der beliebten Haustiere haben Auslauf ins Freie. Als geschickte Jäger erbeuten sie dabei eine grosse Anzahl von Wildtieren.

Ist das für die Bestände dieser Beutetiere wirklich ein Problem?

Zwischen Artenschützern und Katzenbesitzern ist eine Kontroverse entbrannt. Die einen sprechen von einer Bedrohung für Kleinsäuger, Vögel und Reptilien, die anderen stellen einen schädlichen Einfluss in Abrede.

Ein grosser Teil der rund 1,4 Millionen Schweizer Katzen lebt im städtischen Raum. In der Stadt Zürich allein sind dies laut dem Zürcher Tierschutz rund 430 Katzen pro Quadratkilometer. Im Vergleich dazu sind es bei den Füchsen nur 10 bis 15 Individuen. Die Katze ist somit der häufigste Beutegreifer im Siedlungsraum. Angesichts dieser beeindruckenden Zahlen befürchten Naturschutzkreise, dass Hauskatzen seltene oder im Bestand bedrohte Wildtierarten gefährden.

Der Zürcher Tierschutz liess deshalb einen Bericht zum aktuellen Forschungsstand erarbeiten. Das Fazit lautet: Für eine abschliessende Beurteilung reichen die wissenschaftlichen Grundlagen noch nicht aus; Massnahmen zur Senkung des Katzenbestandes sollten jedoch bereits heute diskutiert werden.

4 Kommentare

  • Lilo Schmid

    Ich habe zwei Katzen, die überhaupt nicht jagen, da zu faul. Ich habe selber einen grossen Naturgarten mit Teich und kann hier viele Wildtiere beobachten, Eidechsen, Mölche, Frösche, Libellen, Sommervögel und viele andere Vögel. Auch brüten Schwalben an unserem Haus. Noch nie hat eine unserer Katzen ein anderes Tier erlegt!

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  • Poupon

    Auch ich schliesse mich den beiden oben erwähnten Kommentaren noch so gerne an. Bei einer Aufnahme dieses Problems an einer GV des Natur- und Vogelschutzvereins habe auch ich bemerkt, dass unter den Mitgliedern viele Katzenliebhaber sind und deshalb nichts, rein gar nichs passiert. Wie lange schauen diese Vereine oder die Behörden, die für alles mögliche Regelungen aufstellen, hier noch zu ? Vögel und Blindschleichen etc. sind halt nicht “herzig” und geniessen deshalb wenig Unterstützung. Jeder Neueinzug einer Familie mit Kindern im Quartier bedeutet 1-2 Katzen mehr. Ich plädiere für eine saftige Katzensteuer und Verbot einer zweiten Katze !

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  • Lasura Haas

    Dem vorgehenden Kommentar kann ich mich nur anschließen. Wir hatten vor über 20 Jahren einen Naturgarten angelegt mit vielen Bäumen, Sträuchern, Teich, Wandbegrünung usw. Eher seltene Vögel wie Zaunkönig, Zilpzalp, Garten- u. Mönchsgrasmücke usw. haben ihre Jungen großziehen können. Inzwischen haben sich die Zahlen der nur unmittelbar angrenzenden Nachbarkatzen von einer (!) auf 12 (!) erhöht, so daß “meine” einstmals intakte Vogelwelt keine mehr ist. Tag und Nacht streunen die gut genährten Hauskatzen (auch) in unserem Garten umher, reißen die letzten noch vorhandenen (Amsel-)Nester herunter, egal wie hoch und versteckt sie auch sind und beißen oft die Jungen nur tot. Es ist eine Katastrophe und ich bin nicht nur traurig, sondern auch wütend. Wütend darüber, daß dieses immense Problem leider auch von Natur- oder Vogelschutz-Organisationen heruntergespielt wird, um ihre Klientel (auch jede Menge Katzenbesitzer) nicht zu vergraulen (wurde mir sogar bestätigt). Lt. einer Statistik des Portal Statista leben in Deutschland gut 12 Millionen (!) Katzen bei 9 Millionen Menschen. Wo bleibt hier der Tierschutz für die ohnehin dramatisch zurückgehenden Vogelpopulationen aufgrund Verlust von Lebensräumen usw. Von den unappetitlichen Hinterlassenschaften, die die anderen Haus- und Gartenbesitzer klaglos in Kauf nehmen müssen, ganz zu schweigen! Höchste Zeit für bundesweite Kastrationspflicht und Einführung einer Katzensteuer, auch wenn solchen bereits geforderten Instrumenten, um auf Sicht der Katzenflut Herr zu werden, stets ein Aufjaulen der Katzenbesitzer zur Folge hat. Im übrigen wäre dann endlich auch die Schieflage zu den Hundebesitzern vom Tisch, die nicht nur Steuern zahlen, sondern auch die Hinterlassenschaften beseitigen müssen!

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  • Christine Dobler Gross

    Mit einem eigenen, naturnahen Garten im Siedlungsraum und den vielen Katzen darum herum lässt sich leicht beobachten, welche Bedrohung für die kleinen Wildtiere die Katzen sind, ob nun für seltene Arten oder häufige. Die Katzen halten sich natürlich am liebsten in einem Naturgarten auf, weil es in einem solchen Garten immer etwas zum Jagen hat, denn auch die Wildtiere bevorzugen diesen Ort. Das Jagen beginnt schon am Morgen früh, wenn die Libellen schlüpfen und wehrlos sind. Auf dem morgendlichen Spaziergang durch den Garten findet man dann tote Spitzmäuse auf dem Weg, erbrochene Vogelreste usw.- neben den Fäkalien, die sie in den Beeten hinterlassen. In der Brutzeit herrscht ein enormer Stress, die Vögel sind andauernd am Warnen.
    Katzenhalter sind in der Regel nicht bereit, ihre Büsis als Problem zu anerkennen. Deshalb wird sich auch hier trotz aller Studien nicht so schnell etwas bewegen lassen.

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