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© A. Douard, WVS

Sieh, das Gute wächst so nahe!       

  • Judith Schärer
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Produkte aus der lokalen Land- und Forstwirtschaft erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Der Trend ist auch bei den Christbäumen spürbar: Der Anteil im Inland produzierter Weihnachtbäume hat in den letzten Jahren trotz widriger Umstände zugenommen. Jetzt reagieren auch die Grossverteiler auf die zunehmende Nachfrage.

Wie der Dachverband der Waldeigentümer WVS mitteilt, behauptet sich der Schweizer Christbaumanbau trotz der Streichung von Direktzahlungen, des starken Importdruckes und der Frankenstärke. Die Christbaumproduzenten aus der Land- und Forstwirtschaft kennen die Bedürfnisse ihrer Kunden und bieten mit frischen und wohlgeformten Bäumen zu vernünftigen Preisen der Importware die Stirn. Die Christbaumproduktion in der Schweiz wird zudem immer professioneller und hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt in Bezug auf optimale Pflegemassnahmen und die Auswahl der idealen Baumsorten. Klima und Boden in der Schweiz eignen sich nämlich bestens für deren Anbau. Hiesige Weihnachtsbäume werden nach strengen Schweizer Standards kultiviert. Im Schweizer Wald ist der Einsatz von Spritz- und Düngemitteln sogar gänzlich verboten. Ökologische Produktion, kurze Transportwege und unschlagbare Frische: das sind die Trümpfe der heimischen Ware. Letzteres ist besonders bei der traditionellen Rottanne wichtig, welche ihre Nadeln schneller verliert als zum Beispiel die Nordmanntanne.

Forstbetriebe und Landwirte organisieren für ihre Kundinnen und Kunden oft stimmungsvolle Weihnachtsmärkte mit exklusiven, selbstgefertigten Produkten, welche man im Einkaufszentrum vergeblich sucht. Vor allem Familien mit Kindern schätzen die Möglichkeit, ihren Weihnachtsbaum selber beim Förster oder auf dem Bauernhof auszusuchen oder unter Anleitung sogar selber schneiden zu dürfen. Aber auch wer nicht vor Ort einkaufen geht, findet Ware aus Schweizer Produktion, denn etliche Grossverteiler nehmen solche in ihr Sortiment auf. In der Schweiz werden jährlich rund 1.2 Millionen naturechte Weihnachtsbäume aufgestellt. Rund 60% davon werden aus grossen Monokulturen in Dänemark und Deutschland importiert. Immerhin gegen eine halbe Million Bäume werden aber im Inland produziert, ein Drittel davon direkt im Wald und zwei Drittel im Landwirtschaftsgebiet. Das Schweizer Angebot deckt die Nachfrage nach einheimischen Bäumen genügend ab.

Ein Naturprodukt

Wer einen Schweizer Weihnachtsbaum kauft, kann dies mit gutem Gewissen tun, denn die Bäume sind ein nachhaltig produziertes Naturprodukt:
– Schweizer Weihnachtsbäume wachsen auf Flächen, wo kein normaler Waldbau betrieben werden kann. Eine Hektare Weihnachtsbaumkultur bindet während der Wachstumszeit von über zehn Jahren bis zu 145 Tonnen CO2 und produziert gleichzeitig bis zu 105 Tonnen Sauerstoff.
– Natürliche Weihnachtsbäume sind anders als Plastikbäume CO2-neutral: bei der Verbrennung oder Kompostierung wird nicht mehr CO2 frei, als während des Wachstums gebunden wurde.
– Weihnachtsbaum-Kulturen dienen Tieren als Lebensraum und helfen mancherorts die Böden stabilisieren.
– Viele Bauern und Waldeigentümer erwirtschaften damit ein willkommenes Nebeneinkommen.

Anbieter

Anbieter von Schweizer Christbäumen finden sich auch auf der Internetseite der IG Suisse Christbaum. Wer einen Baum aus dem Schweizer Wald mit dem «Herkunftszeichen Schweizer Holz» möchte, findet die Forstbetriebe mit Direktverkauf von Christbäumen und anderen Holzprodukten auf der neuen Website www.holz-bois-legno.ch.

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