© Greenpeace Hamburg [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Shell stoppt Bohrungen in Alaska      

  • Judith Schärer
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Der Ölkonzern Shell hat die äußerst umstrittene Exploration von Öl und Gas im arktischen Alaska eingestellt. Damit reagiert der Energieriese aber nicht auf lautstarke Proteste, sondern auf enttäuschende und kostspielige Probebohrungen.

Mit sofortiger Wirkung stoppt der britisch-niederländische Ölkonzern Shell die viel kritisierten Probebohrungen vor der arktischen Küste des US-Bundestaates Alaska, wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Begründet wurde der von Umweltaktivisten unerwartete Schritt mit „enttäuschenden Probebohrungen“, ausufernden Kosten und unklaren staatlichen Rahmenbedingungen. Man werde nun sämtliche Aktivitäten für die Exploration von Öl und Gas vor der Küste Alaskas „auf absehbare Zukunft“ einstellen, hieß es.

Die Probebohrungen nach Öl und Gas in der Tschuktschensee nördlich des Polarkreises im vergangenen Sommer hätten „äußerst enttäuschende Ergebnisse“ geliefert. Die dort vorgefundenen Vorkommen würden eine weitere Exploration nicht rechtefertigen, ließ der Konzern verlauten. Das Bohrloch in rund 60 Metern Wassertiefe werde nun „versiegelt und verlassen“. Der sofortige Explorationsstopp wird Shell nach eigenen Angaben mindestens drei Milliarden Dollar kosten. Weitere 1,1 Milliarden Dollar werden demnach für zukünftige vertragliche Verbindlichkeiten, die man durch den Stopp der Bohrungen nicht einhalten können wird, anfallen. Dennoch sieht Shell in diesem Gebiet nach wie vor großes Potential. Es werde in Zukunft wahrscheinlich eine große strategische Rolle für Alaska und die USA spielen.

Die Probebohrungen von Shell in der Arktis waren von Umweltschützern, allen voran der Organisation Greenpeace, scharf kritisiert worden (wir berichteten). Die Aktivisten monieren, dass die Ölförderung in der Arktis eine Bedrohung für die Lebensgrundlage von Eisbären, Walrossen, Robben und vieler anderer Tierarten darstelle. Zudem fürchten sie im Falle eines Lecks ein katastrophales ökologisches Desaster, da es laut der amerikanischen Umwelt-Organisation Oceana bis heute keine ausgereifte Methode gebe, einer möglichen Ölpest in den eisigen Gewässern der Arktis zu begegnen.

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