Trockenwiese Amden Rostseggenhalde

SG: wie weit(er) mit Schutz der Trockenwiesen?

  • Nora Kieselbach
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Die nur auf nährstoffarmen Böden vorkommenden, artenreichen Trockenwiesen werden aufgrund der intensiven Landwirtschaft und Überdüngung immer seltener. Der Bund verpflichtete 2010 die Kantone, die Trockenwiesen auf ihrem Gebiet zu inventarisieren und entsprechend unter Schutz zu stellen. Der WWF St. Gallen begrüsst daher den politischen Vorstoss von Kantonsrat Ludwig Altenburger aus Buchs SG, der von der Regierung wissen möchte, wie man im Kanton St. Gallen den Schutz der letzten Trockenstandorte gewährleisten will.

Denn die Artenvielfalt von Trockenwiesen ist äusserst beeindruckend: Wiesensalbei, Wundklee, Wiesenpippau, Fiederzwenke, Zittergras, Orchideen und viele anderen Pflanzenarten finden hier eine Heimat. Sie bilden wiederum den Lebensraum für Grillen, die verschiedensten Schmetterlings- und Heuschreckenarten sowie Schlangen und Eidechsen.

Im Kanton St. Gallen befinden sich solche artenreiche Wiesen noch bei Mosnang, Quinten, Pfäfers und Bad Ragaz. Auch der Innendamm des Rheins bildet einen wertvollen Lebensraum. Altenburger, Mitglied eines ornithologischen Vereins, musste in den letzten Jahren mit ansehen, wie die Bauern die Landwirtschaft immer mehr intensivierten: Aus Magerwiesen wurden fette Weiden und Trockenwiesen wurden immer seltener, so Altenburger.

Der Politiker hofft nun aber, dass als Fernziel im Zuge der Revitalisierung des Alpenrheins wieder neuer Platz für Mager- und Trockenwiesen entsteht. Momentan gehe es jedoch darum, die letzten bestehenden Flächen zu schützen, bevor die auch noch überdüngt würden und Pflanzen- und Tierarten verloren gingen. In einer einfachen Anfrage will er deshalb von den zuständigen kantonalen Behörden wissen, wie weit die Inventarisierung gediehen ist und der rechtsverbindliche Schutz besteht.

Im Kanton St .Gallen sind es rund 400 Flächen, die im Kantonalen Richtplan als Trockenwiesen und -weiden aufgeführt werden, was bei einer Gesamtfläche von etwa 400 Hektar ca. 0.2 Prozent des Kantons entspricht. 106 dieser Objekte stehen als Trockenwiesen und –weiden von nationaler Bedeutung zudem unter Bundesschutz. Dieser im kantonalen Richtplan verankerte behördliche Schutz lässt bereits heute einen Bauern nicht ohne Konsequenzen eine Trockenwiese aufheben, doch da die Gemeinden für den Schutz von Naturflächen zuständig sind, bietet erst der grundeigentümerverbindliche Rechtsschutz in den kommunalen Schutzverordnungen die Basis für einen dauerhaften Schutz. Gleichzeitig erhält der Grundeigentümer damit die notwendigen Rechtsmittel, um gegen die Schutzverordnung Einspruch zu erheben; diese Option wird aber nur von 2/5 aller Grundeigentümer genutzt, während 60% die Schutzverordnung akzeptieren. Viele der Schutzgebiete sind in privaten Händen und die Bewirtschafter erhalten für die Pflege der Schutzgebiete eine Entschädigung.

Schriftliche Anfrage

WWF St. Gallen

Bild: WWF St. Gallen

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