Mit MM zu Eurobirdwatch2016
Der Star war der Zugvogel, der am Eurobirdwatch 2016 in der Schweiz am zweithäufigsten beobachtet wurde. © Michael Gerber, BirdLife

Seltene Zugvögel und grosse Vogelschwärme beobachtet

  • Cécile Villiger
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Rund 3000 Teilnehmende beobachteten insgesamt 50’871 Zugvögel am EuroBirdwatch 2016 in der Schweiz. Europaweit nahmen über 20’000 Personen teil und zählten 5,5 Millionen Zugvögel auf dem Weg in ihre Winterquartiere.

Seit über 20 Jahren steht das erste Oktoberwochenende in der Schweiz und in vielen weiteren Ländern in Europa und Zentralasien ganz im Zeichen der Zugvögel. Eine Grosszahl der diesjährigen 59 teilnehmenden Sektionen von BirdLife Schweiz sind schon seit vielen Jahren dabei, einige sogar von Anfang an. Dies ist nicht verwunderlich, denn der Blick in den Himmel bietet im Herbst dank den hindurchziehenden Vögeln ein faszinierendes Schauspiel. Nicht selten können ausserordentliche Naturbeobachtungen gemacht werden. Zu den diesjährigen ornithologischen Highlights zählen zum Beispiel Kiebitzregenpfeifer, Kornweihe und Bartgeier.

Bei der Zugvogelbeobachtung während des EuroBirdwatch werden immer auch die drei häufigsten Arten bestimmt. Dieses Jahr waren dies in der Schweiz Buchfink (22’834 Vögel), Star (3217 Vögel) und Kormoran (2197 Vögel). Die interessierten Besucherinnen und Besucher konnten die grossen Schwärme, aber auch einzeln ziehende Vögel mit den zur Verfügung gestellten Fernrohren und Feldstechern beobachten und sich von Fachpersonen zum Phänomen Vogelzug informieren lassen. Neben Beobachtungsständen boten einige Sektionen von BirdLife Schweiz Exkursionen, öffentliche Beringungen und Spiele für Gross und Klein an.

Der EuroBirdwatch möchte neben der Faszination für den Vogelzug auch das Bewusstsein um die Gefahren stärken, die den Vögeln auf ihrem Weg ins Winterquartier begegnen. Neben natürlichen Hindernissen wie den Alpen oder rauer Witterung spielt der Mensch hier auch eine entscheidende Rolle: Gemäss einem 2015 erschienenen umfassenden Bericht von BirdLife International werden im Mittelmeerraum jährlich rund 25 Millionen Zugvögel illegal getötet. Daneben erschweren Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windenergieanlagen und starke Nachtbeleuchtung den Vögeln die Reise in ihr Winterquartier.

Der EuroBirdwatch gehört seit über 20 Jahren zu den populärsten Anlässen der europäischen BirdLife Partner. Dieses Jahr waren am EuroBirdwatch Partnerorganisationen aus 40 Ländern beteiligt und lockten mit ihren über 1000 Anlässen insgesamt über 20’000 Teilnehmende an. BirdLife Schweiz waltete als Europazentrale und nahm die Resultate aller Länder entgegen. Diese sind auf der Webseite www.eurobirdwatch.eu zusammengefasst. Die detaillierten Schweizer Resultate sind unterwww.birdlife.ch/ebw einsehbar.

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