© Patrik Walde [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Schweizerluft enthält zuviel Stickstoff

  • Kathrin Ruprecht
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In der Schweiz sind die Stickstoffeinträge aus der Luft so hoch, dass sie empfindliche Ökosysteme schädigen können. Zwei Drittel der Stickstoff-Emissionen, in Form von Ammoniak, stammen aus der Landwirtschaft. Der restliche Drittel stammt von Motoren wobei dieser Anteil stark am sinken ist. Nun sollen Massnahmen ergriffen werden um die Stickstoff-Emission der Landwirtschaft zu senken.

Zu viel Stickstoff in der Luft führt zu einem Stickstoffeintrag in die Böden und kann so eine Überdüngung (Eutrophierung) verursachen. Dies geschieht in naturnahen Ökosystemen, die sich durch Nährstoff Armut auszeichnen. Eine Düngung, wenn auch nur durch die Luft, kann hier einen Rückgang der Artenvielfalt auslösen. Zu diesen mageren Standorten gehören Wälder, artenreiche Wiesen, Hochmoore, Flachmoore und Heidelandschaften. Weiter trägt eine übermassige Belastung mit stickstoffhaltigen Luftschadstoffen zu einer Versauerung der Böden bei, was zu Ernteeinbussen führt.

Die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene (EKL) befasst sich in einem Bericht mit der Frage, wie die Kantone beim Vollzug der Massnahmen zur Minderung der mehrheitlich landwirtschaftlichen Ammoniak-Emissionen unterstütz werden können. Auf einen Immissionsgrenzwert für Ammoniak in der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) will sie aber Verzichten. Stattdessen sollen die „Critical Loads“ und „Critical Levels“ als Beurteilungskriterien benutzt werden. Dies sind Bezeichnungen für Belastungsgrenzwerte, die von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) festgelegt wurden und gleichwertig mit den schweizerischen Immissionsgrenzwerten seien.

Die Ergreifung von emissionsmindernden Massnahmen in der Landwirtschaft sei wichtig und vom technischen Stand her möglich. Im Verkehr sind schon bedeutenden Reduktionen der Stickstoff Emission gemacht worden und weitere werden noch durchgeführt.

1 Kommentar

  • Dominik Scheibler

    Stickstoff kann effizient an Holzkohle gebunden werden und ergibt einen wertvollen Hofdünger. Werden zusätzlich noch Milchsäurebakterien in die Güllebehandlung mit einbezogen, können die Stickstoffverluste (was faktisch finanzielle Verluste sind) in einem hohen Mass verhindert werden. Dieses Verfahren verhindert nicht nur die Stickstoffemissionen (und damit exterenen Kosten von Biodiversitätsverlusten), sondern mindert auch die Geruchsemissionen, verbessert die Tiergesundheit (z.B wenn die Holzkohle schon in der Stalleinstreu eingebracht wird und von den Tieren über die Nahrung eingenommen wird), fördert die Bodenbildung (was auf vielen Bauernbetrieben leider ein Fremdwort ist), verhindert die Auswaschung von Nährstoffen und leistet einen Beitrag an den Klimaschutz in dem Kohlenstoff langfristig im Boden fixiert wird.
    JUST DO IT !
    – Da müssten die Subventionen hinfliessen – Aber leider versucht man lieber das Problem „technisch“ zu lösen mit teuren, komplizierten Schleppschlauchsystemen!

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